Nur wenige haben die Farbfotografie so nachhaltig geprägt wie der 1933 in Modena geborene italienische Künstler Franco Fontana. Sein Werk wurde bis heute in über 400 Ausstellungen gezeigt und füllt mehr als 40 Bücher. Ab dem 18. September gibt es in der Kölner Galerie inFocus eine Auswahl seiner Arbeiten zu sehen.
Erstmals ausgestellt wurden Fotografien von Franco Fontana im Jahr 1968, und damals hatte er gerade einmal sieben Jahre als Amateurfotograf hinter sich. Landschaftsstudien, zumeist in seiner italienischen Heimat aufgenommen, prägen sein Frühwerk. Erst in den 80er und 90er Jahren wendet er sich den Städten zu und bereist die Route 66 fotografisch. Seinem Markenzeichen starker Stilisierung, von Kritikern auch als „fotografische Trans-Avantgarde“ bezeichnet, bleibt er jedoch durch alle Schaffensphasen hindurch treu. [...mehr]
Immer gerne nutzen Konzerne die Möglichkeit, ihrem Image mit Kulturförderung den richtigen Schliff zu verpassen. Die Audi AG etwa veranstaltet unter anderem im mittlerweile dritten Jahr ein eigenes Jazzfestival, das drei Tage lang mit nationalen und internationalen Künstlern der Branche aufwartet.
Vom 3. bis 5. September fungiert der Autohersteller mit den 4 Ringen im Logo erneut als Gastgeber, Sponsor und Mitveranstalter eines hausgemachten Live-Events, das zwar weder so groß angelegt ist wie die Leverkusener Jazztage noch dezidiert den Nachwuchs fördert wie das jüngst neu gegründete und überaus erfolgreiche Jazzfest Bonn, zu beiden aber eine interessante Ergänzung darstellt. [...mehr]
Nichts genaues weiß man nicht. Treffender lässt sich der allgemeine Wissensstand zur südafrikanischen Hiphop-Eurotrash-Combo „Die Antwoord“ kaum beschreiben. Jedenfalls hat es die Band, die Anfang des Jahres praktisch noch niemand kannte, binnen kurzer Zeit nicht nur zum musikalischen Internet-Phänomen geschafft, sondern auch einen Plattendeal bei Interscope landen können. Aber ob das alles echt ist oder doch nur Satire, darüber schweigt man sich aus.
Die Geschichte von Südafrika bestehe aus Mandela, „District 9“ und Die Antwoord. So bringt es Sänger Ninja auf den Punkt. Und dabei sei man für sein Heimatland doch so eine Art nationale Peinlichkeit. Klar ist jedenfalls, bei dem Raptrio aus Kapstadt ist alles irgendwie anders. Und ihren immensen Erfolg verstehen die drei vermutlich selber nicht. Ihre Auftritte in Hamburg, München und Berlin waren jedenfalls schnell restlos ausverkauft. [...mehr]
Ein Zug als Resonanzaum für eine Klanginstallation – darauf muss man erst einmal kommen. Das Musik Event „Sounding D“ des Netzwerks Neue Musik macht es möglich. Zweieinhalb Wochen tourt der wohlklinkende Schienenverkehr durch 16 deutsche Städte. Auftakt war der 25. August.
150 Konzerte und musikalische Aktionen, 1200 Musiker und insgesamt 255 Projektpartner sorgen im Rahmen des Projektes „Sounding D“ für ganz eigene Annäherungen an die unterschiedlichsten Stile zeitgenössischer Kunstmusik. Jeweils für einen Tag macht der D-Zug (daher das „D“) in einer deutschen Stadt Halt. Zeit genug für jede Menge Konzerte, Klangspaziergänge, klingende Räume und Musikfeste. [...mehr]
Im letzten Jahr sah es düster aus für die traditionsreiche Musikmesse. Am Ende wurde die Popkomm gänzlich abgesagt. Dieses Jahr soll alles besser werden. Mit dem alten Flughafen Berlin Tempelhof ist eine neue Location gefunden, und eine Reduzierung auf drei Tage soll der Veranstaltung zusätzlich weiterhelfen. Termin ist der 8. bis 10. September.
Als die Popkomm sich von ihrem einstiegen Standort Köln nach Berlin aufmachte, kam das nicht überall gut an. Wieso die Domstadt auf einmal nicht mehr gut genug sein sollte, konnte so mancher nicht wirklich verstehen, und so sah man es gerade im Rheinland mit einiger Genugtuung, dass die Musikmesse in der Hauptstadt nicht so richtig Fuß fassen konnte. 2009 war der Höhepunkt einer unseligen Entwicklung erreicht: Die Veranstaltung fiel aus. [...mehr]
Zum Saisonstart 2010/2011 bieten die Berliner Philharmoniker unter ihrem Chefdirigenten Sir Simon Rattle eine Novität: Erstmals wird eines ihrer Konzerte live in insgesamt 60 Kino, sowie auf Open-Air-Leinwänden in 3 Städten übertragen. Auf dem Programm stehen Beethoven und Mahler.
Während vor einigen Wochen im Feuilleton noch von einer echten Krise für die konzertante Klassik zu lesen war, wagt eines der renommiertesten Orchester Europas den Schritt in neue Vermarktungs- und Aufführungsfelder. Ihr erstes Konzert der neuen Saison spielen die Berliner Philharmoniker nicht nur vor gewohnt ausverkauftem Haus, sondern gleichzeitig auch europaweit. Wie das geht? Natürlich per Live-Stream. [...mehr]
Über 1,2 Millionen Mal hat sich das beliebte Fantasy-Epos von Bestsellerautor Markus Heitz bisher verkauft. „Die Zwerge“ belegen damit, dass Genre-Literatur aus Deutschland nicht nur möglich ist, sondern auch sehr erfolgreich sein kann. Mit einer speziellen Live-Version des Buches tourt seit Jahresbeginn der Schauspieler und Hörbuchsprecher Johannes Steck durch Deutschland.
Zunehmend beliebter werden Literaturlesungen, die anstelle sparsam-konservativer Präsentation auf Multimedia oder sonstige Zusatzeffekte setzen, mit denen das Erleben des Textes im Vordergrund steht. Zuletzt bot Frank Schätzing eine aufwendige Eventshow rund um seinen Science-Fiction-Roman „Limit“, aber auch Fantasy-Autor Markus Heitz ging schon mit musikalischer und tänzerischer Begleitung auf Lesereise. [...mehr]
Im vergangenen Jahr war es ziemlich unmöglich, den kommerziell erfolgreichsten Auswüchsen des deutschen Underground-Rap zu entkommen. Mit „Was geht ab“ hielt so mancher Hobby-DJ eine Geheimwaffe in der Hinterhand, die jede noch so schläfrige Veranstaltung sofort in die Gänge brachte. Jetzt gibt es die volle „Atzen“-Dosis gleich dreimal live inklusive anschließender Aftershow-Party.
Vom Wortklang her hätte man es sich zwar denken können, aber wer würde hinter dem Berlinerischen „Atze“ tatsächlich einen Ursprung in der aztekischen Sprache vermuten? Mit „Aztarus“ ist dort der Waffenbruder beschrieben, der einem im Kampf zur Seite steht. Sieht man sich heute hingegen die wild feiernde Meute an, die von der ähnlich klingenden Techno-Rap-Combo zum Kochen gebracht wird, ist es um derart edle Assoziationen nicht wirklich gut bestellt. [...mehr]
Der Verein Berliner Künstler zeigt bis zum 5. September eine Ausstellung von insgesamt 50 internationalen Künstlern zum Thema Nacktheit. Doch nicht nur die naheliegende wörtliche Bedeutung ist dabei federführend. In erster Linie geht es um existenzielle Zustände und Bedürfnisse.
Das „nackte Dasein“ des Menschen zeigt die als Wanderausstellung gedachte „AKTionale“ in ganz unterschiedlichen Formen und Ausprägungen: Das breite Spektrum von Malerei, Zeichnungen, Skulpturen, Objekte, Collagen, Videos, Fotografien, Installationen und Performances wird von den teilnehmenden Künstler in ihrer Annäherung an das Thema umfangreich ausgeschöpft. [...mehr]
Wer bei Frankfurt in erster Linie an deutsche Großbanken denkt, läuft Gefahr, die durchaus bemerkenswerte Kunstszene der Stadt zu übersehen. Diese stärker in den Blick zu rücken, ist ein Anliegen der Interessengemeinschaft der Galerien vor Ort. Sie macht auch dieses Jahr wieder mit dem traditionellen Saisonstart auf das vielgestaltige Programm ihrer Mitglieder aufmerksam.
Wer die Mainstadt mit Kunst in Verbindung bringt, wird zunächst das Städel Museum vor Augen haben. Eine relativ hohe Galeriendichte droht dabei jedoch zu Unrecht an den Rand gedrängt zu werden. Umso erstaunter wird man die umfangreiche Zahl von Teilnehmern des mittlerweile bereits 16. Saisonstarts zur Kenntnis nehmen. Ganze 40 Galerien präsentieren dort ihr aktuelles Programm. [...mehr]