Beiträge vom: Juni, 2008

Autor: Sandra

Hausfrau, krisandapril, www.flickr.com

Lila Latzhosen trägt heute keine Frau mehr, genauso wenig braucht man seinen BH zu verbrennen, um als kritische und selbstbewußte Frau anerkannt zu werden.

Stattdessen arbeiten Frauen, machen Karriere, führen ein Familienleben und wollen in dem öffentlichen Bewußtsein auch so wahrgenommen werden. Wann hat es jemals soviele weibliche Führungskräfte oder Amtsinhaberinnen gegeben wie in diesem Jahrtausend? Mitnichten bedeutet das eine Sicherstellung der weiblichen Rechten an dem großen Kuchen, doch beginnt das patriarchalische System von den Frauen selbst aufgebrochen zu werden.

In der jüngsten Vergangenheit machen unter anderem auch Publikationen wie das Erstlingswerk “Feuchtgebiete” von Charlotte Roche von sich reden, das selbstverständlich und schamlos die Körperlichkeiten des weiblichen Körpers thematisiert, wie man es sonst nur aus dem Pornogenre kennt. Selbstbestimmt aufzutreten und sich ihrer Körperlichkeit bewußt und darauf stolz zu sein, dafür gibt es derzeit so einige weibliche Beispiele. Sicher ist vielen noch der provokative Auftritt von Lady Bitch Ray bei Schmidt & Pocher in Erinnerung. Ob es einem nun gefällt oder nicht, diese Frau beansprucht für sich das Recht auf verbale Obszönität, die in Zeiten von Top-Model Casting Shows , mehr als schockierend auf die meisten in unserer Gesellschaft wirkt. Da prallen Welten aufeinander und den jungen Mädchen wird es nicht leichter gemacht, sich losgelöst vom Körperkult und Modediktat zu Frauen zu entwickeln, die sich in ihrer Haut wohl fühlen. Eine Gebrauchsanweisung gibt es nicht, doch finden sich in jeder Stadt Initiativen, die Mädchen und Frauen Angebote machen, sich kreativ und politisch auszudrücken, ohne dabei die Klischeevorstellungen von der frustrierten Emanze zu bedienen.

Junge Frau, by s-t-r-a-n-g-e, www.flickr.com

Wer sich jenseits von gängigen Rollenzuschreibungen für feminstische Kultur, Musik und Politik interessiert, ist herzlich eingeladen, vom 06. bis zum 08.06. in Bonn zum 1. Ladyfest zu kommen. Ladyfeste entspringen der Riot-Grrrl Bewegung, die in den 90er Jahren aus der US-amerikanischen Hardcore-Punk Szene entstand und verstehen sich als unabhängiges Festival, das Menschen aller Geschlechtsidentitäten offen steht. Das dreitägige Festival bietet ausreichend Gelegenheit mit gleichgesinnten Männern und Frauen an Workshops, wie zum Beispiel Tontechnik teilzunehmen, Vorträge oder Konzerte zu hören, Ausstellungen zu sehen, und auch selbst kreativ tätig zu werden. Die Gründe dafür, nennen die Veranstalterinnen des Ladyfestes selbst: ” Warum? Weil wir es uns nicht gefallen lassen, nur die Hintergrundrolle zu spielen. Weil wir uns jetzt unsere Räume selber nehmen, unsere Bühne selber schaffen.”




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Autor: Effi

Sommerzeit ist Festivalzeit! Deswegen lässt es sich - auch wenn es penetrant erscheinen mag- nicht vermeiden regelmäßig davon zu berichten, wann wie wer wo zu was für Preisen und Kondititonen spielt, rockt und singt. Gerade eben noch von der Fusion erzählt, lockt nun eine ganz andere Veranstaltung, die jedoch nicht minder interessant ist, zumal sie auf eine lange Tradition blicken kann und außerdem - hier kommt der Knaller- ganz umsonst ist, jawoll!

by .dan flickr

Die Rede ist von der Rheinkultur, Bonns größtem Open-Air-Festival, das dieses Jahr am Samstag, den 05.07 08 wieder auffährt. Das Ganze findet, wie immer im Park in den Rheinauen statt.

Wie oft hieß es in den vielen Jahren seit der Existenz der Rheinkultur “Es geht nicht mehr, es gibt keine Geld, wir müssen aufhören!” und wie oft konterten Fans und Anhänger dieses Riesen-Events mit dem Slogan “Rheinkultur darf nicht sterben!”. Es scheint sich gelohnt zu haben, denn die Rheinkultur 2008 präsentiert sich so lebendig und rock’n'rollig, wie selten zuvor.

Dabei hält man auch dieses Jahr an dem nun schon seit den 90er Jahren konzipierten Bühnenstrategie fest: Blaue Bühne, grüne Bühn, rote Bühne. Im folgenden sollen die Top-Acts kurz vorgestellt werden.

Blaue Bühne: Als Top- Act werden auf der diesjährigen Rheinkultur die Münchner Band Sportfreunde Stiller auffahren. Am Nachmittag spielen Tomte, die Band um Sänger Thees Ullman und das Label Grand Hotel van Cleef, das sich in den letzten Jahren vom Einheizer für die Hamburger Jungs um Kettcar zur eigenständigen Indie-Pop-Maschine gemausert hat.

Rote Bühne: Jawoll - hier geht es zur Sache! Als Headliner kommen Anti-Flag, vorher spielen die nicht minder rockigen Jungs von Blackmail. Trotzdem sollte man sich schon um 12 Uhr an der Roten Bühne einfinden. Die großartige dänische Band Dúné spielt, machen eine Art Elektro-Rock, der fantastisch und wunderbar tanzbar ist.

Grüne Bühne: Auf der Grünen Bühne sind dieses Jahr auffallend viele Liedermacher vertreten. Als Top-Act hat die Rheinkultur die Truppe der Wohnraumhelden& Freunde of Liedermaching engagiert. Witzige, intelligente und selbstironische Texte, bei denen man schön mitgrölen kann, sind garantiert. Für Reggae-Fans spielt Jondo, der inzwischen so erfolgreich ist, dass er schon als Nachfolger von Gentleman gehandelt wird.

Des weiteren fährt die Rheinkultur noch mit einem Tanzberg für Elektrofans, einer Sportares und einem Hip-Hope-Stage auf. Leute, was red’ ich? Dieser Artikel ist schon viel zu lang - also: Los, auf die Rheinkultur mit Euch, aber zackig!



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Autor: Effi

“Ein Marktplatz der Utopien und der Träume von einer Welt, die nicht von Rücksichtslosigkeit, Intoleranz, Egoismus und Geldscheffeln bestimmt ist. - Eine Welt, die bunt ist statt grau, die laut und chaotisch daherkommt, wo die Grenzen zwischen Akteuren und Publikum verwischen, - Gemeinschaft und Individualität, - kollektives Ausflippen, - Zeitlosigkeit, in der Alltägliches zur Nichtigkeit degradiert wird, - das Gefühl, eine andere Welt ist doch möglich- Selbsttäuschung als Überlebensstrategie - Neugier auf neue akustische, visuelle, kulturelle und emotionale Erfahrungen…”

Fusion by biobea flickr

Das sind die Zeilen, die man auf der Webseite der Veranstalter des Fusion-Festivals nachlesen kann. Ganz schön hoch gegriffen mag der einer oder andere sagen. Doch muss man zugeben, dass die “Fusion“ (wie sie im Volksmund zärtlich genannte wird) sich tatsächlich zu einem der wichtigsten Festivals der Republik gemausert hat. Zumindest hat man den Eindruck, das am Wochenende an dem die Fusion stattfindet Berlin immer wie leergefegt ist. Denn alles zieht dann nach Mecklenburg an den ehemaligen sowjetischen Militärstützpunkt, auf dem sich der gemeinnützige Verein “Kulturkosmos Müritzsee e.V.” niedergelassen hat, der Jahre nun schon seit 1997 das Fusion-Festival organisiert.

by Tim Pritlove flickr

Die Fusion ist kein gewöhnliches Musikfestival, sondern als ein Kulturfestival im weitesten Sinne zu verstehen. Neben zahlreichen international bekannten Gigs, vor allem aus der Elektroszene, wird auch Theater gespielt, es finden Installationen statt und es werden experimentelle Filme gezeigt. Der Name “Fusion” ist dabei Programm, und soll verschiedene Kunstformen zusammenführen; dies ist einer der Schwerpunkte die die VeranstalterInnen setzen wollen. Weiter sollen Menschen aus ihren oft eng gesteckten kulturellen Interessenfeldern herausgeführt werden und durch Fusion von verschiedenen Kunstformen an Neues herangeführt werden.

Die diesjährige Fusion findet vom 26.-29.06. 08 statt. Aufgrund der starken Anfrage haben die VeranstalterInnen beschlossen, die Top-Acts des Programms erst kurz vor Beginn des Festivals bekannt zu geben. Weitere Informationen zur Fusion, wie Anfahrt, Ticketpreise und Übernachtungsmöglichkeiten, kann man der Homepage entnehmen. Ich werde auf jeden Fall hinfahren - vielleicht sieht man sich ja!



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Autor: Effi

Im Süden Berlins an der Grenze zu Kreuzberg erstreckt sich der bevölkerungsreichste Stadteil der Hauptstadt: Neukölln. In den letzten Jahren wurde Neukölln allerdings vor allem durch Negativschlagzeilen berühmt. Der Rütlischulenskandal, hohe Arbeitslosigkeit und Jugendgewalt sind nur einige der Konnotationen, die mit diesem Bezirk Berlins in Verbindung gebracht werden.

Dabei ist Neukölln ein kreativer, bunter und vielfältiger Bezirk. Menschen aus 165 Nationen sind hier zu Hause. In den letzten zwei Jahren haben sich immer gerade im Norden Neuköllns immer mehr Künstler, Galeristen und Gastronomen niedergelassen. “Neukölln rockt” dichtete das Stadtmagazin zitty vor einigen Wochen und formulierte damit das neue und andere Image von Neukölln: agil, ungewöhnlich, jung und schöpferisch.

Ein Symbol für dieses andere Neukölln ist auch das Kunst- und Kulturfestival 48-Stunden-Neukölln, das im diesem Jahr sein 10-jähriges Bestehen feiert. 48-Stunden Neukölln ist Berlin größtest Kunstfestival und findet dieses Jahr am Wochenende vom 20.-22. Juni statt. Das Motto unter dem das diesjährige Festival steht, lautet “Utopie” und bietet mehr als 1000 Akteuren die Möglichkeit ihr Schaffen und ihre Ideen einen breiten Publikum vorstellen.

Dabei orientiert sich das Festival nicht an elitären und hybriden Strukturen, sondern bietet allen Einwohnern Neuköllns die Möglichkeit sich aktiv am Festival zu beteiligen. Dem Besucher wird durch kleine Flaggen, die an der Hausfassade befestigt sind signalisiert, das es hier etwas zu entdecken gibt. Worum es sich dabei handelt muss der Besucher schon selbst herausfinden und dem Fingerzeig folgen: Von der Installation im privaten und öffentlichen Raum, bis zu musikalischen Beiträgen, Theatervorführungen, Lesungen oder jeglichen anderen Kunstaktionen ist alles vertreten.

48-Stunden Neukölln ist selbstverständlich kostenlos und für alle zugänglich. Außer den vielen Kunst- und Kulturevents, die an diesem Wochenende in Neukölln stattfinden, nutzen auch viele Neuköllner BürgerInnen das Festival als Plattform, um vor einem Publikum im Garten zu musizieren, auszustellen oder einfach nur mit den Menschen zu essen, zu trinken und zu reden. Denn so kann Neukölln auch sein - bunt, offen und tolerant.



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Autor: Sandra

Thailändischer Junge, by babasteve, www.flickr.com

Gesang und Tanz aus Bangladesh, kongolesische Trommeln und kulinarische Spezialitäten aus Peru- die kulturelle Vielfalt dieser Welt, zeigt sich an diesem Wochenende auf dem Marktplatz in Bonn.

Wie klein die Welt sein kann, erfährt man vor allem bei internationalen Veranstaltungen. Das Zusammenwachsen der Welt stellt das gleichermaßen eine Herausforderung dar, wie es auch großes Potential in sich birgt, Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen in einem Land zu beherbergen. Schon seit 30 Jahren wird zum Sommerbeginn das Fest der interkulturellen Begegnung in Bonn gefeiert. Als ehemalige Hauptstadt bot es sich schließlich an, der Bonner Bevölkerung einen Eindruck von den verschiedenen Kulturen zu vermitteln, die in Bonn vertreten waren. Doch auch nach dem Umzug der Regierung, wurde diese Tradition beibehalten und an diesem 01. Juni zeigt sich Bonn wieder von seiner internationalen Seite. 42 Vereine aus 17 Nationen werden den ganzen Tag über an verschiedenen Ständen präsentieren, indem sie ihre traditionellen Gerichte anbieten, Volkslieder und Tänze aufführen und für Fragen und Gespräche über ihr Land offen sein.

 Tänzer, by babasteve, www.flickr.com

 Die vielen Gerüche in der Luft und der Mix aus verschiedenen Sprachen, verwandeln die gemütliche Stadt am Rhein in eine Weltstadt. Doch vor allem die beeindruckenden Tanz- und Musikaufführungen der unterschiedlichen Nationen sind ein Genuß. Vom Vormittag bis zum Abend treten z.B. Trommler aus dem Kongo, Tänzer aus Bangladesh, Musiker aus Eritrea, oder eine Flamenco Gruppe sowie viele andere auf. Das Fest ist in Bonn schon seit langem eine Institution und bis in den Abend hinein wird vor der Bühne zu arabischer, asiatischer oder afrikanischer Musik getanzt und gefeiert. Dass Musik verbindet ist kein Geheimnis, und die Gelegenheit dies unter Beweis zu stellen, steht an diesem Sonntag vor der Tür. Come in and find out!

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