Es ist kalt, es regnet und die langen Spaziergänge im Park und das Rumlümmeln in den Cafés mit parallelem Sonnenbad sind nun endgültig vorbei. Was machen? Ist doch klar: Da geht man entweder ins Kino oder ins Museum!
Und wenn man zu Besuch in Berlin ist, oder vielleicht sogar hier lebt, dann muss man noch nicht einmal auf eine interessante Ausstellung warten, sondern geht am besten gleich in die Dauerausstellung des medizinhistorischen Museums. Der Wissenschaftler Rudolf Virchow, nach dem auch die Charité benannt ist, sammelte medizinisch bedeutsame Präparate, die heute auch aus kulturhistorischer Perspektive interessant und spannend sind. Im medizinhistorischen Museum ist nicht nur die Dauerausstellung sehenswert, sondern auch die Wechselausstellungen. So machte vor einigen Jahren die Ausstellung „Schmerz“ bundesweit Furore. Derzeit gibt es eine Ausstellung zum Thema „Stigmata“, in der es um Verletzungen geht.
Das Museum wurde 1899 eröffnet und nach der Wende 1998 nicht nur saniert, sondern Virchows pathologische Sammlung um viele Exponate erweitert. So kann in einem stilisierten Krankensaal die Geschichte der medizinischen Entwicklung anhand verschiedener Krankheitsbilder betrachtet werden. Ebenso werden in der neuen Ausstellung die Geschichte der Charité, sowie die Geschichte der Medizin im Nationalsozialismus dargestellt.
Eine weitere Attraktion ist der ehemalige Hörsaal von Rudolf Virchow, der im Zweiten Weltkrieg durch Fliegerbomber zerstört wurde. Die Ruine wurde ähnlich wie die Gedächtnis-Kirche konserviert und dient heute als Veranstaltungsort für Konferenzen und wissenschaftlichen Diskussionen. Das Museum ist täglich (außer montags) von 10-17 Uhr geöffnet, mittwochs und samstags bis 19 Uhr. Hingehen!
In den Wochen vom 16. Oktober bis zum 1. November findet in Köln das 18. Internationale Köln Comedy Festival statt.
Die Veranstalter versprechen 122 Comedians, 105 Shows in 20 verschiedenen Locations. Während des Festivals wird der deutsche Comedy-Preis vergeben. Dessen Verleihung voraussichtlich am 21. Oktober statt und wird für eine Ausstrahlung beim Fernsehsender RTL aufgezeichnet. Comedian Dieter Nuhr wird durch den Abend führen.
Als Gäste werden unteranderem Atze Schröder, Jürgen von der Lippe, Mirja Boes und Otto Walkes erwartet. Aber bei 122 Künstlern dürfte für jeden Geschmack etwas dabei sein.
Der Weltrekordmann Mario Barth steht leider nicht auf der Künstler-Liste des Veranstalters, aber vielleicht dürfen wir uns auf einen Überraschungsauftritt des „Frauenverstehers“ freuen. [...mehr]
Irgendwas stimmt nicht. Irgendwas verändert sich. Ich bin zwar keine Wirtschaftswissenschaftlerin, aber selbst einem aus ökonomischer Sicht so unbeschriebenem Blatt, wie mir, erschließt sich, dass der Börsencrash der letzten Tage kein vorübergehendes Symptom ist. Die Globalisierung der Märkte, Arbeitslosigkeit, Diskussionen um ein Grundeinkommen für alle sind nur einige Anzeichen dafür, dass sich Arbeitsformen und –wege wandeln. Angst ist sicherlich die falsche Herangehensweise an die Herausforderungen der Postmoderne. Denn, dummer Spruch, aber: Wo alte Arbeitsformen sterben, entstehen auch Wege für Neues.
Genau das dachten sich auch Holm Friebe und Sascha Lobo als sie 2006 ein schlaues Büchlein namens „Wir nennen es Arbeit. Digitale Boheme oder intelligentes Leben jenseits der Festanstellung“ herausgaben. Lobo und Friebe skizzieren in ihrem Buch einen Wandel, den sie in den westlichen Industriegesellschaften zu bemerken macht: Die traditionelle Festanstellung löst sich auf, immer mehr Freiberufler und Kreative drängen auf den Markt und tatsächlich scheint es möglich zu sein auch mit „ernsten Hobbies“ (wie beispielsweise Lichtschalter designen und sie anschließend bei Ebay zu verkaufen) seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.
Vor kurzem erschien das neue Buch von Holm Friebe. „Marke Eigenbau. Der Aufstand gegen die Massenproduktion“ hat schon jede Menge Vorschusslorbeeren geerntet; unter anderem vom Handelblatt, das von einer „Pflichtlektüre für die deutschen Management-Etagen“ spricht.
Die Buchvorstellung am 29.09.08 im Radialsystem in Berlin dürfte allerdings trotz Manager-Lob amüsant werden. Denn auf der Webseite des Radialsystems wird versprochen, dass die Autoren Friebe und Ramke ihr Buch in einer Mischung aus Lesung, Happening, Diskussion und Diavortrag präsentieren werden. Wer also wissen will, wieso und wie es geht mit dem, was einem Spaß macht auch noch Geld zu verdienen sollte sich erstens die Lektüre und zweitens die Veranstaltung nicht entgehen lassen…und außerdem noch diesen wunderschönen Aufsatz vom wunderbaren Paul Graham lesen!
Kunst- und Theaterliebhaber werden es kennen: Das Festival „Steirischer Herbst“, das alljährlich in Österreich, vor allem in der Gegend um Graz veranstaltet wird. Bald ist es also wieder soweit. Vom 2.10.-26.10.08 öffnet der „steirische Herbst“ wieder seine Pforten.
Der „Steirischer Herbst“ ist das älteste und traditionsreichste Kunstfestival Europas; es gehört jedoch gleichzeitig zu den innovativsten Festivals und hat eine lange Tradition in der Integration immer neuer Formen von Kunst. Dabei hat sich dieses Festival vor allem eins auf die Fahnen geschrieben: Die Vernetzung eben jener Kunstformen. Deswegen gilt der Steirische Herbst auch als ein All-Spartenfestival, bei dem alle Fans von Darstellender und bildender Kunst auf ihre Kosten kommen.
Die Spielstätten sind über die ganze Steiermark verteilt, konzentrieren sich aber vor allem auf die schöne Stadt Graz. Ein Highlight des diesjährigen Festivals ist sicherlich die Non-Stop-Performance-Installation des dänisch-österreichischen Künstlerduos SIGNA. SIGNA erregte bereits in Berlin Aufsehen mit ihrem „Dorine Chaikin Institute“ und gewann damit 2007 den Zitty-Award für die beste Performance des Jahres. Auch auf dem diesjährigen Berliner Theatertreffen waren SIGNA mit der Installation „Rubytown“ vertreten, wo man in der Lokhalle Schöneberg ein ganzes Dorf errichtete, das von 40 Schauspielern zehn Tage lang rund um die Uhr bespielt werden. SIGNAS Performances sind verstörend und faszinierend zugleich und gelten zu den innovativsten zeitgenössischen Theaterprojekten Europas. Dieses Mal ist SIGNA mit der „Komplex-Nord-Methode“ vertreten, eine bedrückende und irritierende Performance die eine Krankenstation simuliert, in der die Zuschauer zu Patienten werden und mit der Performance verschmelzen. Auch hier spielen SIGNA zehn Tage non-stop in Graz.
Mehr dazu erfahrt Ihr auf der Homepage des Festivals. Also: Hingehen, schauen, staunen und sich verzaubern lassen! [...mehr]
Mario Barth ist der zur Zeit erfolgreichste deutsche Comedian.
Über Mario Barth zu schreiben, ist genau genommen witzlos. Der Mann füllt ein Stadium, presst das auf eine DVD, verdient eine Menge Geld damit. Mario Barth - “einer von uns”… ein Held der Arbeiterklasse, der sich mit nur einem Funken Intellekt und viel Charme durch das Leben kämpft. Genau das richtige Quentchen Intellekt und die exakt abgestimmte Überportion Charme um anzukommen bei Deutschlands Gernelachern und “Upps” (die Pannenshow!) - Stammguckern. Genau das richtige dummdreiste Grinsen und die leicht verkrampfte Haltung um zu signalisieren: “Ick bin genau so blöd wie ihr und weiß das auch.”
Mit Mario Barth lacht man über die anderen. Siehe “Mario Barth präsentiert” inklusive armseliger Einpark-Spielchen. Mit Mario Barth lacht man über die Freundin. Siehe 98 % aller Mario-Barth Witze. Oder man lacht, weil Mario Barth verkniffen ins Publikum starrt. Siehe Mario Barths live Show.
Herr Barth hat jetzt eine Single. Die nennt sich “Mensch Berlin” und knüpft zielsicher an die Legende Harald Juhnke an. Um auch die etwas älteren Lacher “von uns” abzugreifen. Nur haben Mario Barth und Harald Juhnke in etwa soviel gemeinsam wie Sido und MF Doom. Alles nur Äußerlichkeiten und dazu noch schlecht kopiert.
Aber eben erfolgreich. Und da heutzutage der Erfolg jedem Recht gibt, müssen wir uns wohl einstellen auf eine weitere Welle von Barths Geschichten über seine nackt vornübergebeugte Freundin. Harr Harr. [...mehr]
Anne Frank – diesem Namen begegnet man vermutlich das erste Mal zur Schulzeit, wenn das „Tagebuch der Anne Frank“ auf dem Lehrplan steht. In dem Buch schildert die junge Anne Frank das Leben ihrer Familie in einem Versteck in Amsterdam zur Zeit der deutschen Besatzung. Die Faszination des Buches ist die so lebendige und nachvollziehbare Beschreibung eines jungen Mädchens, dem es nicht vergönnt war, ein normales Leben zu führen und stattdessen das ihrige im Konzentrationslager Bergen-Belsen zu lassen.
1994 hat man in enger Kooperation mit der Anne-Frank-Stiftung in Amsterdam in Berlin das Anne-Frank Zentrum aufgebaut. Die Dauerausstellung „Anne Frank – eine Geschichte für heute“ bietet nun den Besuchern des Zentrums anhand von Bildern und Texttafeln einen wunderbaren Überblick über das Leben von Anne Frank und ihrer Familie. Man versucht außerdem mit Hilfe der Ausstellung Anregungen zu geben, Parallelen zur heutigen Zeit aufzuzeigen. Damit wird die Reise nach Berlin nicht nur zu einer Geschichtsstunde, sondern auch zu einer Reflexion der eigenen Situation.
In der jüngsten Vergangenheit hat das Museum einen vermehrten Besucherzuspruch erfahren, die aufgrund der zahlreichen Wanderausstellungen auch immer wieder gerne zurückkehren. Oftmals wird das Museum gerade bei Online-Reiseführern als Anhängsel des Hackeschen Marktes aufgeführt, jedoch sollte man dies auf jeden Fall getrennt voneinander betrachten.
Anne Frank Zentrum
Rosenthaler Straße 39 – 10178 Berlin
Telefon: 030/ 30872988
Öffnungszeiten: Di – So - 10-18 Uhr [...mehr]
Es geht auf den ersten Blick im gläsernen Gefunkel der Sony-Center Kuppel beinahe unter. Dabei ist das Filmmuseum Berlin wohl der einzige kulturelle Ort in diesem Center, der einen näheren Blick lohnt.
Ob die Angestellten bei einem Filmquiz besonders gut abschneiden würden, sei mal dahingestellt, zumindest aber verspricht die laufende Ausstellung einen interessanten Einblick in die Geschichte der bewegten Bilder.
Thematisch wird sich im Filmmuseum vor allem der zu Hause fühlen, der sich für die Jahre 1933 und folgende interessiert. Hier gibts Schwarzweiß und Stumm, Poster und Standfiguren, Fritz Lang und Marylin Monroe. Auch einige frühe Western darf man bestaunen, dazu ist das eingangs auf die Blog-Schippe genommene Personal eines der freundlichsten, welches ich in einem Museum bisher erleben durfte. Und das trotz der Touristenmassen, die sich jeden Tag am Eingang vorbeiwälzen.
Also - das hier ist trotz des nervigen Standortes in jedem Fall ein schöner Platz! Unbedingt reingehen!
Was ist eigentlich so los in den ostdeutschen Städten? Das habe ich mich neulich gefragt. Als in Berlin lebende sieht man in der Kulturlandschaft ja manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Am selben Tag spielen Depeche Mode und Madonna, die über 50 Kinos lassen pausenlos kostbares Zelluloid durch die Projektoren laufen. Da bleibe ich vor lauter Überfluss manchmal lieber zuhause.
Oder fahre nach Leipzig. Denn dort findet vom 27.10.-02.11.08 das diesjährige Dokumentar- und Animationsfilm-Festival “DOK” statt. Das DOK ist das größte deutsche und zweitgrößte europäische Dokumantarfilm-Festival und erlebt gerade durch den momentanen Dokumentarfilmboom einen Höhenflug. Denn Dokumentarfilme sind nicht mehr irgendwelche Nischenfilme, die es vielleicht mal in die Regionalsender, aber niemals ins Kino schaffen, nein. Filme, wie “Prinzessinnenbad” oder “Deutschland - ein Sommermärchen” haben in den letzten Jahren gezeigt, dass das Genre immer mehr gefragt ist und durchaus auch ein ganz eigenes Publikum hat.
Auf der diesjährigen DOK werden wieder die spannendsten und innovativsten Filmbeiträge des letzten Jahres zusammengetragen und dem Publikum lange vor Filmstart vorgeführt. Dabei blickt das DOK auch auf eine ruhmreiche Tradition zurück, denn die Veranstaltung geht auf das Jahr 1955 zurück, wo sie vom Club der Filmschaffenden der DDR gegründet wurde. So machte sich das Festival auch politisch einen Namen, als es zur Zeit des Prager Frühling gesellschaftskritische Filme zeigte und dem Konflikt durch die ganz eigene Filmsprache eine demokratische Stimme gab.
Seit 1995 widmet sich das DOK immer mehr auch dem Animationsfilm mit einer eigenen Wettbewerbssparte und verleiht in dieser Kategorie auch einen Preis. Somit handelt es sich bei der DOK um ein Zwei-Sparten-Festival, wo sowohl Dokumentarfilm-Fans als auch Animations-Fans auf ihre Kosten kommen. Tickets kann man vor Ort erwerben und für weitere Infos schaut einfach mal auf der DOK-Webseite rein. Man sieht sich! [...mehr]
Das Weinbaumuseum in Metzingen bietet viel Geschichtliches, aber auch für das leibliche Wohl wird dort gesorgt.
Neben Weinproben (Am Klosterhof 9) gibt es dort vor allem noch den historischen Kelterbaum, der 1655 wieder erbaut wurde, nachdem er durch den 30jährigen Krieg zerstört wurde. Dieser Kelterbaum wurde 1888 renoviert und ist seither eines der Höhepunkte des Museums.