Hitler trifft auf Siegmund Freud und Marilyn Monroe auf Mao. Klingt absurd und ist es auch. Ein „Hysterienspiel“ nennen die Autoren ihre eigenwillige Zeitgeschichtsrevue „Helden des 20. Jahrhunderts“. Das Besondere daran: Alle auftretenden Gestalten der jüngeren Historie sind Stabpuppen. Ab dem 20. Februar gastiert das sehenswerte Bühnenspektakel nach einer Tour durch die Republik erneut in Köln.
Der globale Personenkult beginnt streng genommen erst im 20. Jahrhundert und wird mit der Erfindung der Massenmedien zum Pänomen einer neuen Epoche. Plötzlich prägen einzelne Gestalten das Denken und Empfinden jenseits nationaler Grenzen. Ikonen entstehen ohne jeglichen religiösen Bezug, und die zu Helden erkorenen Projektionsflächen erscheinen auf Postern und T-Shirts. Das, wofür sie stehen, wird zum Spielzeug eines kollektiven Bewußtseins. Es ist also nur folgerichtig, wenn die entscheidenden Figuren der letzten 100 Jahre auf der Bühne von Puppen dargestellt werden. [...mehr]
Kontrovers diskutiert, boykottiert und gar vielfach gänzlich zensiert – das künstlerische Schaffen des Fotografen Robert Mapplethorpe polarisierte bereits zu dessen Lebzeiten und posthum nicht weniger. Dabei gehört er heute unbestritten zu den Wegbereitern der modernen Fotografie als Kunstform. Das NRW-Forum in Düsseldorf zeigt ab dem 6. Februar 150 seiner umstrittenen Werke.
Darstellungen von Nacktheit und sexuellen Handlungen, aber auch der offene Umgang mit homoerotischen Motiven ließen Robert Mapplethorpes Fotografien vor allem in den USA stets zu Auslösern großer Kontroversen werden. Museumsdirektoren, die Ausstellungen seiner Werke zeigten, wurden gar verklagt, und Protestkundgebungen gehörten praktisch schon zum guten Ton. [...mehr]
Das Folkwang Museum in Essen verfügt über eine der umfangreichsten und schönsten Sammlung an expressionistischer und moderner Kunst aus Deutschland, aber auch von internationalen Künstlern. Passend zum Auftakt von Ruhr 2010, dem ganzjährigen Kulturevent zur Feierlichkeit der Kulturhauptstadt Essen, eröffnet am 30. & 31.Januar 2010 der Neubau.
Folkwang Essen: Museum eröffnet Neubau Ende Januar 2010
Das Folkwang Museum in Essen lädt am kommenden Wochenende vom 30. bis zum 31. Januar alle Interessierten bei freiem Eintritt zu der Eröffnung des Neubaus ein. An Stelle des Erweiterungsbaus aus den 80er Jahren errichtete Architekt David Chipperfield sechs lichtdurchflutete Würfel, die durch ihre strahlende Glaskeramikfassade und die meterhohen Fenster Leichtigkeit und vor allem Offenheit ausstrahlen. Genau das, was der Gründer des Museums, Karl Ernst Osthaus mit seiner Kunsthalle als „Öffentlicher Raum für die Allgemeinheit“ auch im Sinne hatte.
Die Bauarbeiten hatten 2 Jahre gedauert und mehr als 50 Mio. Euro gekostet, die von der Stiftung getragen wurden. [...mehr]
Berlin ist in Deutschland die Stadt mit dem größten Ausländeranteil. Besonders die Stadtteile Kreuzberg und Neukölln gelten als Melting Pott, wo ein bunter Mix an Menschen verschiedenster Kulturen, Religionen und Herkunft miteinander leben. Als internationales Festival feiert man deswegen jährlich am Pfingstwochenende den Karneval der Kulturen.
Karneval der Kulturen 2010 an Pfingsten in Berlin
Der Karneval der Kulturen in Berlin feiert 2010 bereits sein 15. jähriges Bestehen. Vom 21.-24. Mai kommen hier über 1 Millionen Menschen zusammen, um dem bunten Straßenfest und Umzug beizuwohnen. Als Zeichen für ein friedliches Miteinander gegen Rassismus und Ausländerhass präsentieren hier Menschen aller Länder ihre Kultur und feiern ausgelassen und open minded die verschiedenen Bräuche.
Der bunte Umzug mit musikalischer Begleitung, an dem im letzten Jahr über 4.700 Menschen teilnahmen und dem über 700.000 beiwohnten, am 23. Mai bildet traditionell den Höhepunkt des Straßenfestes. Um 12:00h geht es bei Regen oder Sonnenschein vom Hermannplatz in Neukölln über die Hasenheide bis zur Yorckstraße. Dabei ist erlaubt, was Spaß macht und symbolisch für das friedliche Miteinander steht. Keine Kultur, kein Motto oder eine musikalische Stilrichtung bestimmt den Umzug. [...mehr]
Stellvertretend für die gesamte surrealistische Bewegung haben vor allem Salvador Dalis zerlaufende Uhren ihren Weg ins kollektive Unterbewußtsein gefunden. Für manche pure Spinnerei, für andere ein Blick in unbekannte Daseinsregionen, gehört der Surrealismus zu den faszinierendsten Kunstrichtungen des 20. Jahrhunderts. Ein Ausstellungsprojekt in Ludwigshafen bietet noch bis zum 14. Februar einen interessanten Überblick.
Was sollen Künstler schon über die Vernunft zu sagen haben? Den Surrealisten kamen die Erkenntnisse der Psychoanalyse gerade recht, boten sie doch eine idealen Hintergrund, vor dem sich ausufernd fantasieren ließ. Das Unsichtbare, Unbewusste und Verborgene war das Feld, auf dem man sich bewegen wollte, und da hatte die Vernunft wenig zu suchen. [...mehr]
Von privaten Sammlungen erhält das in Brühl ansässige Max Ernst Museum ganze 19 neue Leihgaben aus unterschiedlichen Schaffensperioden des namensgebenden Surrealisten. Ergänzt wird die Präsentation mit 11 Werken aus den eigenen Beständen, die es nun zum ersten Mal zu sehen gibt.
Ende vergangenen Jahres war es vor allem eine Gastausstellung, die das Interesse eines breiten Publikums auf das im Umfeld von Köln gelegene Max Ernst Museum richtete. Zum ersten Mal war in Deutschland eine Werkschau des Filmemachers David Lynch in seiner Funktion als bildender Künstler zu sehen. Vor dem Hintergrund von „Dark Splendor“, so der Ausstellungstitel, stellte man nun auch eine Auswahl bisher nicht gezeigter Arbeiten von Max Ernst selber zusammen. [...mehr]
Nichts ist so verstaubt, bierernst und mit hohem Gähnfaktor ausgestattet wie eine Ballettaufführung? Wer diese Auffassung vertritt, kann sich von der New Yorker Tanz-Compagnie hinter „Rock the Ballet“ eines Besseren belehren lassen. Ihre Show nimmt sich moderne Chart-Klassiker vor und setzt Entertainment an die Stelle bloßer Virtuosität. Derzeit ist die Truppe auf ausgedehnter Deutschland-Tour.
Es muss ja nicht gleich Pina Bausch sein. Wer Zugang zum Tanztheater finden will, sollte es erstmal mit der leichten Muße versuchen. Eine gute Gelegenheit dazu bietet mit „Rock the Ballet“ eine spektakuläre Show zwischen Ballett, HipHip und Akrobatik. Sowas kommt natürlich aus den USA, denn dort sind die Berührungsängste zwischen U- und E-Musik bekanntlich gleich Null. [...mehr]
Viele Menschen, die in der DDR aufgewachsen sind, kennen das Deutsche Hygienemuseum in Dresden noch aus ihrer Schulzeit: Hier erfuhr man nicht nur, wie das mit den Bienchen und Blümchen so funktioniert, sondern lernte allgemein viel über Anatomie und menschliches Leben. Heute beschäftigt sich das Museum zusätzlich mit kulturellen und historischen Entwicklungen der Menschheitsgeschichte.
Deutsches Hygienemuseum Dresden: Volksbildungsstätte mit Bauhaus-Charme
Das Deutsche Hygienemuseum in Dresden wurde 1912 nach Kantscher Aufklärungsdefintion vom Unternehmer Karl August Lingner gegründet. Hier sollte nicht nur anatomischesAllgemeinwissen verbreitet werden, sondern auch Gesundheits- und Ernährungsllehre. Nach einer traurigen Vergangenheit während der NS Zeit, wo das Bauhaus-Gebäude im Auftrag der natioanalsozialistischen Rassenlehre benutzt wurde.
Heute ist das Museum, das sich in den Abschnitten der gläserne Mensch, Leben und Sterben, Essen und Trinken, Sexualität, Erinnern-Denken-Lernen, Bewegung und Schönheit, Haut und Haar mit den Phänomenen und dem Alltag des Lebens beschäftigt, nicht nur für Kinder eine spannende Lehrstätte. Auch Erwachsene sind eingeladen, sich an Vorträgen, Lesungen und Sonderausstellungen aus den Themengebieten Kultur, Sozialisation, Erziehung und Geschichte zu beteiligen. [...mehr]
Schwedische Künstler und Designer haben sich Gedanken darüber gemacht, wie der Umgang mit Energie und Elektrizität in Zukunft aussehen könnte. Ihnen zur Seite standen fachkundige Ingenieure, die den künstlerischen Fantasien die notwendige Bodenhaftung sicherten. Herausgekommen ist eine Wanderausstellung, die noch bis zum 24. Januar im Felleshus der Nordischen Botschaften Berlin gastiert.
Ohne Energie keine modernen Industriegesellschaften. Das „Interactive Institute“, eine schwedische IT-Forschungswerkstatt, entwickelt seit 2004 innovative Konzepte zur Energienutzung und hat hier bereits einige Aufmerksamkeit in den Medien und der internationalen Designszene bewirken können. [...mehr]
Immer schön gnadenlos. Keiner schreibt mit einem kälteren Tonfall als der König des Hardboiled-Thrillers James Ellroy. Jetzt legt er den dritten und letzten Teil seiner Trilogie „Underworld USA“ vor und kommt auf seltene deutsche Lesereise. Stationen sind München, Hamburg, Köln, Stuttgart und Berlin.
Der „Demon Dog of American Crime Fiction“ vermeidet komplexen Satzbau. Hart und schnell ist das Stakkato, an das man sich beim Lesen erst einmal gewöhnen muss. Die Sprache von James Ellroy ist nicht weniger gnadenlos als die Inhalte, über die er schreibt. Korrupte Cops, besessene Junkies, nymphomane Spitzenpolitiker – bei Ellroy steht Amerika jederzeit genau einen Schritt vor dem Abgrund. [...mehr]