Beiträge vom: Juni, 2010

Autor: Thomas

Wenn es hierzulande um die Aufarbeitung der dunkelsten Kapitel der eigenen Geschichte geht, ist man in der Wahl der Mittel eher konservativ. Ein Comic über die Shoa kann da schon so manchen schlucken lassen. Doch der Auftraggeber ist immerhin das Anne Frank Haus in Amsterdam, und so konnte „Die Suche“ mittlerweile sogar Einzug in den Schulunterricht halten.

So mancher würde den Nationalsozialismus mit all seinen Gräueln am liebsten ausschließlich in nüchternen historischen Dokumentationen aufgearbeitet sehen. Dass man damit einer jüngeren Generation den Zugang zur schwierigen Thematik nicht gerade erleichtert, scheint wenig zu zählen. Doch wenn die Mittel nicht zeitgemäß und attraktiv genug sind, holen sie ihr Zielpublikum auch nicht dort ab, wo sie gerade stehen. Ein Comic über den Holocaust will hier Abhilfe schaffen.    [...mehr]


Autor: Thomas

Musikalisch ist der Mann, der früher unter anderem damit Aufsehen erregte, dass er auf der Bühne Bibeln in Stücke riss, mittlerweile eher belanglos geworden. Weil Marilyn Manson aber vor allem ein genialer Selfpromoter ist, sucht er sich eben andere Tätigkeitsfelder, mit denen er die Aufmerksamkeit auf sich ziehen kann – z.B. als Aquarellmaler. Ab dem 30. Juni ermöglicht die Kunsthalle Wien einen Blick auf Mansons „Genealogies of Pain“.

Inzwischen ist selbst bei erzkonservativen Amerikanern die Nachricht angekommen, dass Brian Hugh Warner kein gefährlicher Bürgerschreck ist, dem man seine Kinder besser nicht anvertrauen sollte. Mit überraschend durchdachten Statements in Michael Moores Dokumentation „Bowling for Columbine“ hatte er einst so manchen Kritiker überrascht, und so weiß man heute, dass hinter der Maske des Antichristen eine sensible Künstlerseele steckt. Oder vielleicht ist auch das wieder nur ein Image.    [...mehr]


Autor: Thomas

Überdimensionale Plastiken von Hundewelpen, aufblasbare Riesenhasen und kitschige Inszenierungen von Porno-Sternchen – so in etwa kennt man den US-Künstler Jeff Koons. Nicht gerade tiefgründig kommen seine Werke daher, und so ist er dem Produktdesign manchmal näher als der Hochkunst. Passenderweise fiel die Wahl für die Gestaltung des BMW Art Cars dieses Jahr auf ihn.

Die Tradition des Künstlerautos aus den bayerischen Werkshallen von BMW geht zurück ins Jahr 1976. Der amerikanische Rennfahrer Sam Posey schlug damals dem Künstler Frank Stella vor, dessen typischen gitternetzartigen Muster zum Prinzip eines Autodesigns zu machen. Das Konzept des Art Cars war geboren und brachte über die Jahre eine Reihe illustrer Namen ins Spiel.    [...mehr]


Autor: Thomas

Die ursprünglich aus Schweden stammende Vodkamarke „Absolut“ ist von jeher für ihre ungewöhnlichen Werbekampagnen mit Sammlerwert bekannt. Immer wieder entwerfen etablierte Künstler Plakatserien, produzieren Clips oder Kurzfilme. Aktuelles Beispiel sind Arbeiten der deutschen Fotografin Ellen von Unwerth.

Von Absolut lässt man sich als Künstler gerne vor den Karren spannen. Denn die Schweden (heute eigentlich Franzosen, da von Pernod Ricard aufgekauft) sind bekannt dafür, dass sie eine Menge Freiheiten einräumen. So konnte Filmemacher und Videoclip-Regisseur Spike Jonze schon einmal einen halbstündigen Kurzfilm drehen, bei dem man sich alle Mühe geben muss, um den Sponsor überhaupt zu entdecken. Ähnlich erging es der Frankfurterin Ellen von Unwerth.    [...mehr]


Autor: Thomas

Gleich zwei Ausstellungen zum Thema Videokunst zeigt das Museum Folkwang in Essen bis zum 1. August. Zum einen gibt es Exponate der hauseigenen Sammlung zu sehen, zum anderen wird ein Einblick in das Schaffen des Künstlers Wolf Kahlen unter dem Titel „Video Tapes 1969-2010“ eröffnet.

Ein bisschen arg lyrisch kommt diese Ausstellung daher, wenn sie sich unter der Überschrift „Das im Entschwinden Erfasste“ präsentiert. Und doch trifft sie damit den Kern des Mediums, auf das sie sich konzentriert. Denn Videokunst hält nun einmal momentane Eindrücke fest, ohne den Fortlauf der Zeit damit anzuhalten (etwa im Gegensatz zur Fotografie). Was allgemein eher unbekannt ist: Das Museum Folkwang gehörte in den 70er Jahren selber zu den Pionieren des Mediums.    [...mehr]


Autor: Thomas

Kaum ein Instrument scheint so eintönig und in seiner Einsatzfähigkeit so beschränkt zu ein wie der Kontrabass. Im gleichnamigen Bühnenmonolog von Patrick Süskind werden die Leiden des Bassisten deshalb sogar zum zentralen Thema. Dass sich mit viel Kreativität und Liebe zur Sache aber auch geradezu Unglaubliches mit dem vermeintlich nicht solo spielbaren Instrument leisten lässt, beweist seit Jahren der Franzose Renaud Garcia-Fons.

Für den Laien scheint der Bass mehr oder weniger nur einen einzigen Ton spielen zu können, und was seine Rolle im Orchester angeht, lässt sich dieser Eindruck vielfach durchaus unterschreiben. Umso mehr muss man wohl glauben, seinen Ohren nicht trauen zu können, wenn man mit dem Spiel von Renaud Garcia-Fons konfrontiert wird. Der Gedanke, der sich unmittelbar einstellt, lautet bei den meisten vermutlich: Das kann kein Bass sein.    [...mehr]


Autor: Thomas

Kunst zu schaffen gleicht dem Lauf durch einen Hindernisparcours. So jedenfalls muss man wohl Matthew Barneys mittlerweile 16-teiligen Werkzyklus „Drawing Restraint“ verstehen, in dem die Malerei unter erheblich erschwerten Bedingungen steht. Im Schaulager Basel ist das Archiv des Zyklus nun erstmals vollständig zu sehen. Die Ausstellung dauert noch bis zum 3. Oktober.

Wer einmal Football gespielt hat, weiß um die vielfältigen Widerstände, die einen daran hindern, einfach frei und ungezwungen voran zu kommen. Matthew Barney hat diese Erfahrung lange genug gemacht, um sie in seinem (nach dem „Cremaster Cycle“) zweitbekanntesten Werkzyklus federführend zu thematisieren. „Drawing Restraint“ ist eher dazu da, Kunst zu verhindern, als sie zu fördern – doch gerade dadurch wird sie auch erst möglich.    [...mehr]


Autor: Hendrik

In den Sandwelten 2010 in Stuttgart können nun alle Fans imposanter Kunstwerke Sandskulpturen internationaler Künstler bewundern. Das Thema des Sandskulpturen – Festival 2010 ist die  Mobilität der Zukunf. Also ran an die Sandförmchen und ab in den  Höhenpark Killesberg in Stuttgart!

von jule berlin © Flickr

Wer nun bei Sandskulpturen an die eigenen Burgen im Urlaub denkt hat weit gefehlt. Sandskulpturen herzustellen ist eine Kunst für sich. Im Fachjargon werden die Künstler als sogenannte Carver und die Technik als sandeln bezeichnet. Vom 9. Mai 2010 bis zum 30. September 2010 können Besucher Sandskulpturen bekannter Carver bewundern. Die Sandwelten 2010 finden im Höhenpark Killesberg in Stuttgart statt und sind für einen Wochenendausflug wärmstens zu empfehlen.    [...mehr]


Autor: Thomas

Die gegenseitige Beeinflussung von Film und Kino hat eine lange Tradition. Grund genug für eine umfangreiche Ausstellung zum Thema. Erstmalig seit drei Jahrzehnten öffnet das Kölner Museum Ludwig nun unter dem Titel „Bilder in Bewegung“ bis zum 31.10. seine Film- und Video-Sammlung für ein breites Publikum.

Legendär sind Salvador Dali´s filmische Experimente. Geradezu berüchtigt etwa ist jene Montagesequenz, in der eine Rasierklinge durch ein Auge fährt und parallel eine Wolke am Mond vorbeizieht. Doch das Verhältnis von Kino und bildender Kunst zueinander hat weit mehr zu bieten als vereinzelte Beispiele, bei denen sich Künstler auch einmal als Filmemacher versucht haben.    [...mehr]


Autor: Hendrik

Ranicki: Literatur ist sein Leben... von austinevan © FlickrRanicki – Vom polnischen Fabrikantensohn zum Musterschüler in Deutsch

Marcel Reich- Ranicki kann auf ein erfolgreiches Leben zurückblicken, könnte er, wenn er nicht Reich- Ranicki wäre. Der bekannte Publizist und wohl bedeutendste Literaturkritiker Deutschlands wurde vor 90 Jahren, also im Jahre 1920, in Auerbach geboren. Nachdem sein Vater die Firma verlor, wurde Marcel Reich- Ranicki von seinen Eltern nach Berlin geschickt. Dort lebte er bei wohlhabenden Verwandten und besuchte    [...mehr]