Neben der Berlinale gehen so ziemlich alle sonstigen deutschen Filmfestivals ein Stück weit unter. Dabei bieten eine Reihe hiesiger Großstädte interessante Angebote, die zwar kein vergleichbares internationales Renommee haben, aber nichts desto trotz den Besuch lohnen. Hamburg etwa wartet dieses Jahr bereits zum 19. Mal mit einer umfangreichen Programm aus rund 120 nationalen und internationalen Filmen auf.
Das Spektrum der auf dem Filmfest Hamburg gezeigten Produktionen ist vielgestaltig und reicht vom Arthouse über den Mainstream bis hin zu Arbeiten, die eigentlich für eine TV-Auswertung gedacht sind. Neben Spielfilmen gibt es auch Dokumentationen zu sehen, und das alles in deutscher, europäischer oder gar internationaler Erstaufführung. [...mehr]
Als die schottische Künstlerin Susan Philipsz im vergangenen Jahr den Turner-Preis erhielt, war das ein Novum. Zum ersten Mal wurde die renommierte Auszeichnung für eine Klanginstallation vergeben. Unter dem Titel „Seven Tears“ verwandelte die Künstlerin jetzt das Erdgeschoss des Ludwig Forums Aachen in einen begehbaren Resonanzkörper.
Ganz schön seltsam, was Susan Philipsz so macht, und wie so oft mag sich mancher fragen, was daran Kunst sein soll. Ihre Installation „Lowlands“, die ihr den Turner-Preis einbrachte, und sie damit in eine Reihe stellte mit Künstlern wie Damien Hearst oder Gilbert und George, besteht aus drei von ihr selber gesungenen Versionen eines schottischen Klageliedes aus dem 16. Jahrhundert, die in Glasgow unter drei Brücken gespielt wurden. [...mehr]
Richard Buckminster Fuller gilt als einer der visionärsten, aber auch umstrittensten Architekten des 20. Jahrhunderts. Seine ganzheitliche Sicht der Dinge ging vielen zu weit, schien naiv oder war schlicht ihrer Zeit weit voraus. Eine zweigeteilte Ausstellung in Herford zeigt noch bis zum 18. September, wie weit der Einfluss Fullers reicht, und welche Rolle er auch in der Kunst spielt.
Die „Biosphére“, das Wasser- und Umweltmuseum von Montreal, gehört zu den weltweit bekanntesten Arbeiten von Richard Buckminster Fuller. Entstanden als Pavillon der Vereinigten Staaten zur Expo 67, ist der Bau eine jener geodätischen Kuppeln, mit denen der 1895 geborene Architekt im Allgemeinen assoziiert wird. In der aktuellen Fuller-Ausstellung des Marta Herford gibt es deshalb auch selbstverständlich einige Modelle und Zeichnungen dieser bemerkenswerten Weiterentwicklung geometrischer Grundkörper zu sehen. [...mehr]
Ganze 12 Millionen Euro hat der Umbau des Deutschen Filmmuseums in Frankfurt gekostet. Ab dem 14. August kann man sich davon überzeugen, ob sich die Investition gelohnt hat. Größer und komfortabler soll es geworden sein, und die neue Dauerausstellung widmet sich „filmischem Sehen und Erzählen“.
40 Quadratmeter mehr Ausstellungsfläche hat das Deutsche Filmmuseum ab sofort. Doch die Vergrößerung von 770 auf 810 qm ist nicht die einzige Neuheit nach dem Umbau. Im dritten und vierten Stock befinden sich zwei neue Lounges, ein Filmstudio, ein Seminarraum, zwei Werkstatträume und insgesamt der museumspädagogische Bereich. Doch interessanter ist natürlich, was es demnächst inhaltlich zu sehen geben wird. [...mehr]
Weil er im Sommer immer so bleich gewesen sei, habe er den Namen „Casper“ bekommen, benannt nach dem niedlichen Cartoon-Gespenst. Für besondere Härte spricht das nicht. Und so ist das, was Casper als Hip Hop präsentiert, in Wahrheit auch kreuzbrav. Aber muss es deshalb auch schlecht sein? Die Charts sahen sein aktuelles Album jedenfalls umgehend auf Platz 1 einsteigen.
Als „Emo-Rapper“ bezeichnet ihn so mancher, der mit der wenig widerspenstigen Musik des Bielefelders eher nichts anfangen kann. 1Live, der Jugendsender des WDR, setzte in den vergangenen Wochen einiges daran, dem Nachwuchskünstler ausgiebig auf die Sprünge, und damit in die Charts zu helfen. Ein Radiokonzert mit praktisch einwöchiger Vor- und Nachberichterstattung hat zur Bestplatzierung seines Albums „XOXO“ in der ersten Woche jedenfalls sicher einiges beigetragen. [...mehr]
Zwischen Schwarzweiß- und Farbfotografie liegen für manchen Künstler immer noch ganze Welten. Die New Color Photography machte in den 70ern die Farbe zu ihrem zentralen Stilmittel. Einer ihrer wichtigsten Vertreter ist Joel Sternfeld. In Essen gibt es nun bis zum 23. Oktober die erste europäische Retrospektive des Amerikaners zu sehen.
Unter dem Titel „Joel Sternfeld: Farbfotografien seit 1970“ zeigt das Museum Folkwang rund 130 Arbeiten des Künstlers. Sie stammen aus insgesamt elf Projekten und umfassen einen Zeitraum von drei Jahrzehnten. Ein Schwerpunkt ist das bislang unveröffentlichte Frühwerk, zu dem auch ein begleitendes Buch erscheint. [...mehr]
In welcher Beziehung Kunst, Tanz, Bewegung und Choreographie seit den frühen 60er Jahren zueinander stehen, will ab dem 19. Juli eine Ausstellung in der Kunstsammlung NRW erkunden. Dabei gibt es unter anderem Installationen zu sehen, die auf eigene Weise mit den Besuchern in Dialog treten.
Bewegung im Alltag als treibende Kraft in der Entwicklung von Kunst und Tanz? Eine These, bei der man zunächst wohl eher stutzen mag. Die Ausstellung „Move“ in der Kunstsammlung NRW will hier Antworten geben und zum Beispiel zeigen, wie Vertreter der Bildenden Kunst in den 60er und 70er Jahren mithilfe von Choreographie versucht haben, die Erfahrung von Kunst auf den gesamten Körper auszuweiten. [...mehr]
Vorbei sind die Zeiten, als die Brachial-Combo um Sänger Till Lindemann noch als echte Schreckfantasie braver Hausbesitzer und spießiger Bildungsbürgern durchging. Wer Katharina Wagner und neuerdings gar Roland Kaiser zu seinen Fans zählen muss, hat wohl die viel beschworene Mitte der Gesellschaft erreicht. Ab November geht es auf Tour. Dass einer der beiden Genannten im Publikum ist, darf man aber wohl bezweifeln.
„Best of“-Produktionen sind das ideale Instrument, einen mehrere Alben umfassenden Vertrag mit einer Plattenfirma zu erfüllen, ohne selber sonderlich kreativ werden zu müssen. Man trägt altes Material zusammen, lässt vielleicht die eine oder andere Nummer neu mischen, spielt ein bis zwei bislang unbekannte Titel ein, um diese als Singles auszukoppeln, und schon ist die Angelegenheit in trockenen Tüchern. Bei Rammstein heißt das Resultat „Made in Germany 1995 - 2011“. [...mehr]
Zwar mag man sich für den Titel der ersten Verfilmung eines Karl-May-Romans entschieden haben, doch die Ausstellung im Filmmuseum Düsseldorf dreht sich keineswegs ausschließlich um den beliebten Verfasser von Abenteuerromanen. Ziel ist es vielmehr, den „Mythos des amerikanischen Westens in Deutschland“ zu ergründen. Ein hoch gestecktes Ziel.
Die Besiedelung Amerikas und das Leben im sogenannten Wilden Westen waren in Film und Literatur lange Zeit vor allem Gegenstand heilloser Verklärung. Mit der Realität hatte das, was das amerikanische Kino über Siedler, Cowboys und Indianer jahrzehntelang proklamierte, wenig zu tun. Völlig märchenhaft kommen auch die Romane Karl Mays daher, und erst recht ihre Adaptionen könnten nicht wirklichkeitsferner sein. [...mehr]
Sieben Bestseller aus der Feder von Joanne K. Rowling und Kinohits später, nimmt der inzwischen erwachsen gewordene Zauberlehrling Daniel Radcliffe mit dem letzten Teil „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes II“ Abschied von seinen Freunden Ron und Hermine sowie seinen treuen Fans und zieht den finalen Schlussstrich unter die größte Erfolgsgeschichte der modernen Literatur.
Harry Potter ist Kult und Manie, eine Goldgrube und ein unvergessliches Abenteuer. Die Autorin Joanna K. Rowling hat ihre Fantasie unsterblich gemacht. Niemand kann erklären, mit welchem Spruch Harry Potter uns alle verzaubert hat, aber kaum einer konnte seinem Charme und seiner fernen Welt widerstehen. Wenn der Zauberstab zum Zepter wird, fließen Millionen in den Zauberhut und heraus kommt… vorerst wohl nichts mehr. Schluss. Aus. Und vorbei. Bye Bye Harry Potter. [...mehr]