Beiträge vom: Oktober, 2011

Autor: Thomas

Der Name des Autors mag hierzulande nur wenigen etwas sagen, doch den Titel seines Debütromans von 1993 kennen die meisten. „Trainspotting“ war nicht nur als Buch, sondern vor allem auch in der Filmversion von Danny Boyle ein Riesenerfolg und erlangte rasch echten Kultstatus. Irvine Welshs aktueller Roman „Crime“ erschien vor kurzem auf Deutsch.

Wer einen Thriller aus der Sicht eines Bandwurms erzählen lässt, hält sich auch sonst eher weniger an konventionelle literarische Standards. Der seltsame Protagonist stammt aus Irvine Welshs Roman „Filth“ von 1998, der in Deutschland unter dem etwas arg plakativen Titel „Drecksau“ erschienen ist. Über ein Jahrzehnt später legt der schottische Autor jetzt eine Art Fortsetzung vor, auch wenn die Hauptfigur des Vorgängers zwischenzeitlich Selbstmord begangen hat. Bei Welsh ist eben alles irgendwie immer anders.    [...mehr]


Autor: Thomas

Provokant war sie schon immer, die Kunst von Edward und Nancy Reddin Kienholz. Und auch wenn heute vieles nicht mehr schocken kann, was seit den späten 50er Jahren immer wieder für Diskussionen sorgte, so ist die Sprengkraft vieler Werke doch weiterhin sichtbar. Eine umfangreiche Retrospektive in Frankfurt biete dazu bis zum 29. Januar ausgiebig Gelegenheit.

Als Edward Kienholz vor etwas über einem halben Jahrhundert damit begann, seltsame Installationen aus Alltagsgegenständen herzustellen, war das ein echtes Novum. Seine sogenannten „Tableaux“, in gewisser Weise szenische Darstellungen, suchte er sich auf Trödelmärkten und Mülldeponien zusammen und erstellte eigens Gipsabgüsse von Freunden und Verwandten. Das Resultat war jederzeit höchst provokativ.    [...mehr]


Autor: Thomas

Das Time-Magazine hatte ihn Ende der 80er Jahre zum wichtigsten Künstler seiner Generation erklärt, doch ausgerechnet seine Landsleute, die Deutschen, wurden mit Anselm Kiefer nie so richtig warm. Die britische Filmemacherin Sophie Fiennes legt jetzt eine Art Dokumentation vor, die sich dem Künstler auf ungewöhnliche Weise nähert.

1968 sorgte Anselm Kiefer im Rahmen einer Einzelausstellung erstmals für ziemliches Aufsehen. Seine Bilderserie „Besetzungen“ bestand aus Fotos des Künstlers, der an den unterschiedlichsten Orten den Hitlergruß zeigte. Im Ausland kam Derartiges wesentlich besser an als in Deutschland, denn Kiefer wagte eine Auseinandersetzung mit der NS-Zeit, die hierzulande so manchem auf den Magen schlug.    [...mehr]


Autor: Thomas

Wer ihn nur als Macher verstörend-seltsamer Kinofilme kennt, muss angesichts dessen, was David Lynch noch so alles treibt, ins Staunen geraten. Sein neuestes Projekt ist ein Album mit eigenen Kompositionen, bei denen der Meister auch gleich seine Stimme zum Einsatz bringt. Mit „Crazy Clown Time“ fällt der Titel erwartungsgemäß absurd aus.

David Lynch ist überall. Vor zwei Jahren etwa eröffnete er im Max Ernst Museum Brühl persönlich eine Ausstellung eigener Gemälde, Fotografien und Installationen und bekam kurz darauf den Goslaer Kaiserring verliehen. Zuletzt lieferte er für das Wiener Filmfestival einen gewohnt befremdlichen Trailer. Nebenher verkauft er seinen eigenen Kaffee und veranstaltet Konzerte und Charity-Events für seine Stiftung. Zwischenzeitlich hat er offenbar Lust auf ein Soloalbum bekommen.    [...mehr]


Autor: Thomas

Verschwörungstheorien haben den bekanntesten Semiotiker der Gegenwart schon immer interessiert – allerdings nicht, weil er an sie glaubt, sondern weil sie eine bestimmte Geisteshaltung der Welt gegenüber widerspiegeln. In seinem neuesten Roman „Der Friedhof in Prag“ widmet er sich einer der folgenreichsten Fälschungen überhaupt.

Die sogenannten „Protokolle der Weisen von Zion“ dienten schon so manchem Antisemiten als Argument für den absurden Mythos einer jüdischen Weltverschwörung. Dass die Papiere nachgewiesenermaßen Fälschungen sind und man das auch nicht erst seit Kurzem weiß, spielt für die Demagogen dabei selbstverständlich keine Rolle. Umberto Eco hat sich des Themas jetzt auf literarische Weise angenommen.    [...mehr]


Autor: Thomas

Bis zu eintausend Jahre alte Holzfiguren lassen sich derzeit in der Kunst- und Ausstellungshalle Bonn bestaunen. Sie sind Exponate einer vom Musée du quai Branly konzipierten und dort auch erstmalig gezeigten Ausstellung über die Kunst der Dogon, eines Naturvolkes im heutigen Mali.

1989 erklärte die UNESCO das Felsplateau von Bandiagara und die Traditionen der dort lebenden Dogon zum Weltkulturerbe. Lange Zeit hatten die Menschen dort nahezu isoliert und frei von fremden Einflüssen gelebt. Heute jedoch ist die traditionelle Dogon-Kultur nahezu verschwunden. Alte Glaubensvorstellungen wurden vor allem in der jüngeren Generation durch Islam und Christentum ersetzt.    [...mehr]


Autor: Thomas

Der Tod ist allgegenwärtig, erst recht in der Kunst. Von jeher ist die Sterblichkeit ein Thema künstlerischer Darstellung und im Rahmen der christlichen Auferstehungslehre ohnehin ein Standard-Topos. Wie der Sensenmann in der Gegenwart seinen kulturellen Ausdruck findet, welche Formen er annimmt, und wie er sich gerade in den westlichen Industrienationen im Bewusstsein hält, zeigt bis zum 14. Februar eine Ausstellung in Wuppertal.

DEAD_Lines

Unter dem arg prätentiös geschriebenen Titel „DEAD_Lines – Der Tod in Kunst – Medien – Alltag“ widmet sich die Van-der-Heydt-Kunsthalle Wuppertal-Barmen der Frage, mit welchen Kommunikationsstrategien heute über Tod und Sterblichkeit gesprochen wird. Die These dahinter: Die moderne globale Gesellschaft hat längst neue Rituale entwickelt, mit der eigenen Endlichkeit umzugehen.    [...mehr]


Autor: Thomas

Wer die alptraumhaften Kreaturen aus der Feder von Alfred Kubin zum ersten Mal sieht, wird vielleicht an H. P. Lovecraft oder H. R. Giger denken und liegt dabei nicht falsch. Denn auch der österreichische Grafiker und Schriftsteller war sein Leben lang ein Chronist des Fantastischen. Eine Kölner Ausstellung zeigt aktuell eine Auswahl seiner Arbeiten.

Alfred Kubin: Die Stunde der Geburt

130 Werke aus allen Schaffensphasen des Künstlers gibt es unter dem Titel „Nebenwelten“ bis zum 4. Dezember im Käthe Kollwitz Museum zu sehen. Zentral sind dabei Zeichnungen aus dem Frühwerk zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Sie zeigen Kubins seltsam-unheimliche Mischwesen, androgyne Schreckensgestalten, die meistens in dunkler Umgebung auftauchen.    [...mehr]


Autor: Thomas

Ganze 34 Jahre nach dem Welterfolg seines dritten Romans kündigt Bestseller-Autor Stephen King jetzt eine Fortsetzung an. „Shining“ gehört zu den bekanntesten und einschlägigsten Horrorromanen der Gegenwart, und seine Verfilmung trieb den Schrecken noch eine Stufe weiter. Bemerkenswerterweise war es nicht King selber, der den Beschluss fasste, ein Sequel zu schreiben, sondern seine Leser.

Sein neustes Werk, der Zeitreiseroman „11/22/63“, in dem die Ermordung John F. Kennedys verhindert werden soll, ist noch nicht einmal erschienen, da bietet der erfolgreiche Horrorautor bereits einen Einblick in sein nächstes Buch. Und das ist vor allem für Fans des Meisters eine echte Sensation, denn im Grunde ist auch dieses eine Reise in die Vergangenheit – allerdings eher in die eigene.    [...mehr]