Zu den weniger bekannten Strömungen der internationalen Moderne gehört die abstrakt-geometrische Kunst Lateinamerikas des 20. Jahrhunderts. Die Ella Fontanals-Cisneros Collection schließt hier eine Lücke und sorgte bei ihrer Präsentation in den USA für großes Aufsehen. Jetzt ist sie demnächst in der Bundeskunsthalle Bonn zu sehen.
Vom 17. September 2010 bis zum 30. Januar 2011 erlauben über 200 Exponate einen grundlegenden Einblick in ein Themengebiet, das in der Breitenwahrnehmung bisher kaum existiert. Dabei hat die Entwicklung abstrakter Kunst im Lateinamerika des vergangenen Jahrhunderts einige wichtige Werke hervorgebracht, die hierzulande praktisch unbekannt sind. [...mehr]
Für viele einer der bedeutendsten und einflussreichsten Künstler des 20. Jahrhunderts, für andere ein bloßer Scharlaten: Joseph Beuys erregt heute die Gemüter ganz sicher nicht mehr so sehr wie zu Lebzeiten, doch erlaubt gerade der zeitliche Abstand mittlerweile einen weniger emotional verstellten Blick auf sein Werk. Die Kunstsammlung NRW in Düsseldorf bietet dazu vom 11.09.2010 bis 16.01.2011 Gelegenheit.
Rund 300 Arbeiten aus unterschiedlichen Schaffensphasen zeigt die Ausstellung „Joseph Beuys: Parallelprozesse“, darunter Werke, die zum ersten Mal ihren fest installierten Platz verlassen. Die Rauminstallation “Stripes from the House of the Shaman 1964-72″ zum Beispiel hat es in Europa bisher nicht zu sehen gegeben. [...mehr]
Zum Saisonstart 2010/2011 bieten die Berliner Philharmoniker unter ihrem Chefdirigenten Sir Simon Rattle eine Novität: Erstmals wird eines ihrer Konzerte live in insgesamt 60 Kino, sowie auf Open-Air-Leinwänden in 3 Städten übertragen. Auf dem Programm stehen Beethoven und Mahler.
Während vor einigen Wochen im Feuilleton noch von einer echten Krise für die konzertante Klassik zu lesen war, wagt eines der renommiertesten Orchester Europas den Schritt in neue Vermarktungs- und Aufführungsfelder. Ihr erstes Konzert der neuen Saison spielen die Berliner Philharmoniker nicht nur vor gewohnt ausverkauftem Haus, sondern gleichzeitig auch europaweit. Wie das geht? Natürlich per Live-Stream. [...mehr]
Noch bis zum 3. Oktober ist auf dem Berliner Alexanderplatz die Open-Air-Ausstellung „Friedliche Revolution 1989/1990“ zu sehen. Das diesjährige Sommerkino fügt sich dort ein und bietet ein passendes Filmprogramm.
Seit dem 7. Mai lassen sich in Berlin auf 300 Metern 24 Stunden am Tag die Entwicklungen im Osten Deutschlands auf dem Weg zu friedlichen Revolution anhand von Bildern, Texten, TV- und Filmbeiträgen noch einmal nachvollziehen. Ein spezielles Sommerkinoprogramm bietet jetzt zusätzlich interessantes Material. [...mehr]
Einen Einblick in das 50-jährige Schaffen des österreichischen Künstlers Friedensreich Hundertwasser erlaubt noch bis zum 7. September eine Ausstellung in der Luise-Albertz-Halle in Oberhausen. Ein Schwerpunkt dabei ist das grafische Werk.
Mit bürgerlichem Namen hieß er zwar Friedrich Stowasser, aber damit die Japaner seinen Vornamen besser aussprechen konnten, änderte er diesen 1961 in „Friedensreich“ und ersetzte die Vorsilbe „Sto“ durch die Bedeutung, die einige slawische Sprachen dafür kannten: Hundert. Aber auch sonst war der Österreicher ziemlich eigensinnig. Seine Kunst zeugt davon auf vielerlei Weise. [...mehr]
Filmmusik im Konzertsaal ist schon lange nichts Ungewöhnliches mehr. Und damit ist keineswegs in erster Linie die Live-Vertonung von Stummfilmen gemeint. In der kommenden Saison 2010/11 widmet die Kölner Philharmonie eine dreiteilige Konzertreihe der Zusammenarbeit von Filmemachern und ihren Komponisten.
Lange Zeit haben die Vertreter der konzertanten E-Musik eher verächtlich auf die Filmmusik und ihre Komponisten herabgeschaut. Selbst die Tatsache, dass Anfang des 20. Jahrhunderts Namen wie Erich Wolfgang Korngold und Sergej Prokofjew im Kino eine ganz eigene Form des musikalischen Ausdrucks erkannten und sich deshalb auch ausgiebig dort umtaten, änderte daran nichts. Inzwischen hat sich das Blatt gewendet, doch der Vorwurf der künstlerischen Minderwertigkeit schwebt vielfach immer noch im Raum. [...mehr]
Ranicki – Vom polnischen Fabrikantensohn zum Musterschüler in Deutsch
Marcel Reich- Ranicki kann auf ein erfolgreiches Leben zurückblicken, könnte er, wenn er nicht Reich- Ranicki wäre. Der bekannte Publizist und wohl bedeutendste Literaturkritiker Deutschlands wurde vor 90 Jahren, also im Jahre 1920, in Auerbach geboren. Nachdem sein Vater die Firma verlor, wurde Marcel Reich- Ranicki von seinen Eltern nach Berlin geschickt. Dort lebte er bei wohlhabenden Verwandten und besuchte [...mehr]
Ein Vierteljahrhundert ist es bereits alt, aber von Schwächeln kann keine Rede sein. Als eines der größten Reggae-Events in Europa kann das Summer Jam Festival auch 2010 wieder ein prall gefülltes Programm präsentieren und wird erneut ganz sicher über 30.000 Fans anlocken.
Unter dem diesjährigen Motto „Let the Spirit rise“ geht es vom 2. bis 5. Juli an den Fühlinger See in Köln. Dort nämlich findet seit 1996 einmal im Jahr das Summerjam Festival statt, neben dem Chiemsee Reggae Summer die größte Veranstaltung ihrer Art in Deutschland. Mit rund 50 Acts werden drei Tage lang zwei Bühnen bespielt. Danach haben die meisten Besucher nur noch leises Pfeifen in den Ohren. [...mehr]
Beeindruckende 80 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr generiert die Anime-und Manga-Industrie alleine in ihrer Heimat Japan. Dass ein so bedeutender Wirtschaftsfaktor auch irgendwann den Westen erobern musste, liegt auf der Hand. Längst gehören die asiatischen Zeichentrickhelden mit ihrem charakteristischen Look auch in Europe und den USA zum Alltag. Eine spezielle Live-Show befeuert dieses Jahr noch einmal zusätzlich die Manga-Mania.
Ganze 200 neue Anime-Serien kommen jährlich auf den japanischen Markt. Für den westlichen Geschmack ist das kaum denkbar. Zeichentrickfilme haben hier trotz so reifer Produktionen wie „Waltz with Bashir“ immer noch mit dem Vorurteil zu kämpfen, ausschließlich für Kinder gemacht zu sein. Nicht anders im Fall von Comics, die im asiatischen Raum bekanntlich „Mangas“ heißen. Für ein erwachsenes Publikum also uninteressant? In Japan sieht das ganz anders aus. [...mehr]
Der Titel erinnert an Dante und das mit gutem Grund: „The Infernal Comedy“ spielt im Jenseits, vermutlich nicht weit vom Fegefeuer entfernt. In Hamburg war die Deutschlandpremiere des Ein-Personen-Stücks mit Barockorchester und 2 Sopranistinnen gnadenlos ausverkauft. Hauptgrund für das große Interesse: Regisseur und Darsteller John Malkovich. Vom 2. bis 6. Juni kommt der Hollywood-Star für 5 weitere Aufführungen zu den Ruhrfestspielen nach Recklinghausen.
Einen Serienkiller spielt John Malkovich nicht zum ersten Mal. 2002 hatte er in „Ripley´s Game“ bereits äußerst eindrucksvoll Patricia Highsmiths vielfach begabten Kriminellen Tom Ripley verkörpert. Diesmal ist die Vorlage allerdings real. Jack Unterweger, Hauptfigur und Erzähler der „Infernal Comedy“, hatte in den 70er Jahren wegen Mordes vor Gericht gestanden und war 16 Jahre später aufgrund seiner literarischen Arbeiten zum Liebling der Intellektuellenszene Österreichs geworden – bis er für die Ermordung von 9 weiteren Frauen erneut verurteilt wurde. [...mehr]