Ausstellung des Kanzlerfotografen Konrad Rufus Müller in Bonn

Autor: Thomas

Von Konrad Adenauer bis Angela Merkel hat er alle Regierungschefs der Bundesrepublik vor der Linse gehabt. Doch ausdrücklich Gutes hat er vor allem über Willy Brandt zu sagen. Eine Ausstellung in Rheinischen Landesmuseum Bonn zeigt bis zum 30. Mai die berühmten Kanzlerfotos von Konrad Rufus Müller, aber auch eine ganze Menge weniger bekannte Werke, die nicht weniger spannend sind.

Von Gerhard Schröder zeigt er sich eher enttäuscht, auch Angela Merkel kommt bei ihm nicht allzu gut weg. Dabei wollten alle vor seine Kamera, denn Konrad Rufus Müller ist seit Konrad Adenauer bis heute der wichtigste Chronist aller deutschen Regierungschefs. Seine Markenzeichen: kein künstliches Licht und ausschließlich schwarz-weiß.

Bekannt ist er für seine Kanzlerbilder, aber Müllers Schaffen ist selbstverständlich weitaus vielgestaltiger. Sein erstes fotografisches Porträt gelingt ihm bereits 1957 bei einer Audienz im Vatikan – er fotografiert Papst Johannes XXIII. Später erst reist er nach Bonn, um mit Konrad Adenauer einen deutschen Regierungschef zu fotografieren. Heute hängen seine Kanzlerfotos im Deutschen Historischen Museum in Berlin, im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn, im Bundeskanzleramt und im Außenministerium.

Müller sieht in seinen Bildern „eine Sammlung sehr subjektiv gesehener Portraits, die kein Art Director zurechtgestutzt und keine medienbewusste Agentur für die heutige Zeit aufbereitet haben“. Eigenwillig auch sein Arbeitsmaterial, denn seit 49 Jahren fotografiert er praktisch mit derselben Kamera, nämlich von 1960 bis 1975 mit einer Rolleiflex aus dem Jahre 1935, danach mit einem Folgemodell. In seine Dunkelkammer darf außer ihm selbst sowieso niemand.

Bis heute sind 18 Bildbände mit Müllers Arbeiten erschienen, darunter Sammlungen mit Fotografien von Willy Brandt und Konrad Adenauer, sowie anderen Staatschefs wie Sadat, Mitterand, Putin, aber auch von ganz normalen Leuten, die Müller besonders gerne ins rechte Licht rückt. Die Bonner Ausstellung wirbt bemerkenswerter Weise mit einem in der Mitte geteilten Porträt von Karl Dall.

Begleitend zur Ausstellung erscheint ein 344-seitiger Katalog mit 422 Fotos.

LVR-LandesMuseum Bonn
Colmantstr. 14-16 - 53115 Bonn

Öffnungszeiten:
Di, Do - Sa: 10.00 - 18.00 Uhr
Mi: 10.00 - 21.00 Uhr
So: 10.00 - 18.00 Uhr


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Fotokunst schreibt
am 12. Mai 2010 um 14:30 Uhr

Wirklich sehenswerte Bilder und jedem zu empfehlen, der sich mit realgetreuen Aufnahmen befasst.

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slomi schreibt
am 4. August 2010 um 16:54 Uhr

Bemerkenswert an diesem Text ist, daß Conny Müller 1935 Papst Johannes XXII. bereits fotografierte, als er selbst noch nicht geboren war und in Rom Papst Pius XI. residierte. Ein Müller-Porträt von Johannes XXIII. ist offenbar ein Geisterbild, denn es war bisher noch nirgendwo gezeigt.
Dies schmälert nicht die Qualität der sonstigen Arbeiten, aber schon Max Frisch formulierte “Jeder erfindet irgendwann die Geschichte, die er für sein Leben hält!”

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Thomas schreibt
am 6. August 2010 um 23:55 Uhr

@slomi - Danke für den Hinweis. Das ist tatsächlich ein Zahlenirrtum. Müller fotografierte Papst Johannes XXIII. richtigerweise erst 1957.

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am 22. Oktober 2010 um 14:34 Uhr

Eine phantastische Ausstellung, absolut sehenswert!
Umso erfreulicher, dass die Ausstellung Licht Gestalten ab dem 25.10.2010 - 19.11.2010 in der Ehrenhalle des Rathauses Nürnberg zu sehen sein wird. Also wer sie in Bonn nicht sehen konnte, hat nun die Chance in Nürnberg.

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am 28. März 2010 um 11:24 Uhr
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