» Oper

Autor: Thomas

Harald Schmidt ist und bleibt umtriebig. Nach dem Ende seiner Zusammenarbeit mit Oliver Pocher gönnt sich der Entertainer bis Herbst erst einmal eine TV-Pause. Von Untätigkeit oder gar einer neuen Weltreise in der Zwischenzeit kann jedoch keine Rede sein. Nach einigen Theaterprojekten in den vergangenen Jahren wagt sich der experimentierfreudige Schwabe nun an die Inszenierung einer Operette.

Wer die zahlreichen Nebentätigkeiten des Kabarettisten und deutschen Late-Night-Pioniers aus Nürtingen verfolgt, wird sich nicht selten wundern. Da wechseln Gastauftritte in seichten ZDF-Produktionen wie „Das Traumschiff“ oder „Unser Charly“ mit einer Rolle in Becketts „Warten auf Godot“, kreative Unterstützung für das Bühnenprogramm von Sportmoderator Waldemar Hartmann mit öffentlichen Vinyl-Abenden, an denen er seine Lieblingsplatten von Johnny Cash vorstellt. Harald Schmidt hat offensichtlich kein Interesse daran, in irgendeiner Art und Weise festgelegt zu werden.    [...mehr]


Autor: Thomas

Mit Beginn der Saison 2009/10 steht die Kölner Oper unter neuer Leitung. Intendant wird Uwe Eric Laufenberg vom Hans-Otto-Theater Potsdam. Mit sieben Neuinszenierungen bleibt alles zwar wie zuvor, die Anzahl der Wiederaufnahmen wird jedoch erhöht. Erster Programmpunkt am 26. September werden Richard Wagners „Meistersinger von Nürnberg“ sein.

Kulturdezernent Georg Quander zeigte sich bei der Pressekonferenz zur Vorstellung des neuen Intendanten wenig begeistert von der laufenden Spielzeit. Laufenberg, vor seiner Intendanz in Potsdam freier Regisseur und Schauspieler unter anderem in Berlin, Genf und Zürich, will der Kölner Oper nun ihren einstigen Rang zurückerobern.    [...mehr]


Autor: Thomas

Die Premiere ist trotz anhaltender Skandalberichte nicht gefährdet. Am 2. Mai hebt sich an der Kölner Oper der Vorhang für Tilman Knabes Inszenierung von „Samson und Dalila“. Reihenweise hatten sich Chormitglieder mit der Begründung krank gemeldet, das Geschehen auf der Bühne psychisch nicht ertragen zu können. Auch mehrere Solisten müssten bereits ersetzt werden.

Eine „Altersempfehlung“ spricht man aus und folgt damit dem Beispiel der Bonner Oper. Mozarts „Entführung aus dem Serail“ in der Interpretation von Markus Dietz sollte erst von Besuchern über 14 Jahren besucht werden. Die Kölner legen direkt noch einmal 2 Jahre drauf. Eine FSK wie in der Filmwirtschaft gibt es für die Bühne allerdings nicht, weshalb derartige Vorgaben nicht mehr sind als kulturelle Beschwichtigungspolitik.    [...mehr]


Autor: Effi

Berlins Stadtteil Neukölln erweckt nicht immer die besten Assoziationen. Eine Arbeitslosenquote von über 30%, sozialer Brennpunkt und eine hohe Kriminalität sind meist die Attribute, die dem größten Bezirk Berlins zugesprochen werden.

Was man nicht weiß: Neukölln war in den 20er Jahren das Herz der Revue- und Ballkultur. Davon zeugt bis heute der Ortskern von Rixdorf und die Neuköllner Oper. Hier pulsierte schon vor fast 100 Jahren eine mächtige Partykultur, die sich auch schon zu damaligen Zeiten durch ihre Interkulturalität auszeichnete. Auch heute ist die Neuköllner Oper in Berlin noch immer eine wichtige Spielstätte und bietet vor allem lokalen Kreativen und Künstler eine Plattform.    [...mehr]


Autor: Hendrik

Das Projekt an der Deutschen Oper Berlin hat einiges an Zoff hinter sich.

Eigentlich war Christoph Schlingensief als Regisseur Mitte Februar ausgestiegen. Er habe sich mit der Intendantin Kirsten Harms “aus persönlichen Gründen” darauf verständigt, nicht mehr an der Intendanz des Stückes mitzuwirken. Die Regie hat dann ein Regieteam übernommen, und, oh Wunder, plötzlich ist Herr Schlingensief durch Aufzeichnungen und auch persönlich wieder dabei. Was da wohl im Hintergrund ablief, nichts Genaues weiß man leider nicht.

Jeanne d’Arc - Ein großer Mythos © wikimediaÜber das Stück weiß man da glücklicherweise mehr. Voker Braunfels orientierte sich um 1940 in seiner Bearbeitung des Mythos der Heiligen Johanna minutiös an vorhandenen Dokumenten.

Gleichzeitig mit dieser Orientierung an historischen Fakten ist eine Ausrichtung der Oper von der 3- Akte- Durchstilisierung nach wagnerischem Vorbild hin zu acht voneinander weitgehend unabhängigen Mini-Abschnitten zu betrachten.

Wo die Strukturierung der Oper sehr modern daherkommt, ist die Inhaltliche Interpretation des Stückes eher traditionell. Braunfels hat die Religiösität des Mythos hervorgehoben, stilisiert die heilige Johanna von Orleans zu einer Märtyrerfigur, die ihre Erlösung am Ende im Himmel findet. Diese Orientierung schlägt den Bogen Richtung Christoph Schlingensief, dessen Interesse an Religion und Gott mit dem Stoff perfekt harmonieren dürften.    [...mehr]


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