Einer der national wie international renommiertesten Kunstpreise geht dieses Jahr an den bereits 80-jährigen US-Amerikaner John Baldessari. Zuletzt war der Maler und Konzeptkünstler 2009 bei der Biennale in Venedig mit dem Goldenen Löwen für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden.
Wem moderne Kunst schon immer auf den Keks gegangen ist, für den hat John Baldessari genau das richtige Rezept. Als Basis der Installation „The Cremation Project“ hatte er 1970 alle seine Gemälde, die zwischen 1953 und 1966 entstanden waren, einfach verbrannt und ihre Asche zu Keksen verarbeitet. Das daraus resultierende Werk bestand aus einer Bronzeplakette, die Entstehungs- und Vernichtungsdatum aller Arbeiten listetet, sowie das Rezept zur Herstellung des Gebäcks. [...mehr]
Das Time-Magazine hatte ihn Ende der 80er Jahre zum wichtigsten Künstler seiner Generation erklärt, doch ausgerechnet seine Landsleute, die Deutschen, wurden mit Anselm Kiefer nie so richtig warm. Die britische Filmemacherin Sophie Fiennes legt jetzt eine Art Dokumentation vor, die sich dem Künstler auf ungewöhnliche Weise nähert.
1968 sorgte Anselm Kiefer im Rahmen einer Einzelausstellung erstmals für ziemliches Aufsehen. Seine Bilderserie „Besetzungen“ bestand aus Fotos des Künstlers, der an den unterschiedlichsten Orten den Hitlergruß zeigte. Im Ausland kam Derartiges wesentlich besser an als in Deutschland, denn Kiefer wagte eine Auseinandersetzung mit der NS-Zeit, die hierzulande so manchem auf den Magen schlug. [...mehr]
Einem der bedeutendsten bildenden Künstler der Gegenwart über die Schultern blicken zu dürfen, ist schon an sich eine Sensation. Ihn aber auch noch bei der Arbeit filmen zu können, das war bislang gerade im Fall von Gerhard Richter kaum vorstellbar. Dokumentarfilmerin Corinna Belz ist das Kunststück gelungen, und das Resultat ist von geradezu historischer Relevanz.
Erstmals für Gerhard Richter interessiert habe sich Corinna Belz im Jahr 2005, als sie in der Zeitung eine Abbildung der Musterscheiben für das Südfenster des Kölner Doms gesehen hatte. Spontan rief sie im Atelier des Künstlers an, um die Möglichkeit einer filmischen Dokumentation des Werks anzufragen. Richter möchte die Idee, stand aber nicht für Weiteres zur Verfügung. Doch Belz blieb am Ball. Jetzt legt sie einen knapp 100-minütigen Film vor, bei dem sie dem Künstler näher kam als man es für möglich halten würde. [...mehr]
Sieben Bestseller aus der Feder von Joanne K. Rowling und Kinohits später, nimmt der inzwischen erwachsen gewordene Zauberlehrling Daniel Radcliffe mit dem letzten Teil „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes II“ Abschied von seinen Freunden Ron und Hermine sowie seinen treuen Fans und zieht den finalen Schlussstrich unter die größte Erfolgsgeschichte der modernen Literatur.
Harry Potter ist Kult und Manie, eine Goldgrube und ein unvergessliches Abenteuer. Die Autorin Joanna K. Rowling hat ihre Fantasie unsterblich gemacht. Niemand kann erklären, mit welchem Spruch Harry Potter uns alle verzaubert hat, aber kaum einer konnte seinem Charme und seiner fernen Welt widerstehen. Wenn der Zauberstab zum Zepter wird, fließen Millionen in den Zauberhut und heraus kommt… vorerst wohl nichts mehr. Schluss. Aus. Und vorbei. Bye Bye Harry Potter. [...mehr]
Keiner trägt seine Tolle so stilvoll und zugleich gänzlich ironisch wie Götz Alsmann. Wer den promovierten Musikwissenschaftler in erster Linie als Teil des Moderatorenteams der WDR-Produktion „Zimmer frei“ kennt, hat jetzt Gelegenheit, ihn auch als Allzweck-Entertainer mit Hang zu skurrilem Retro zu entdecken. Sein aktuelles Bühnenprogramm „Herrenabend“ dreht sich um Bückware der Printindustrie aus den 40er und 50er Jahren.
„Paprika“, „Gondel“ oder auch „Neue Wiener Melange“ hießen jene Magazine, die im Deutschland der Nachkriegszeit und des Wirtschaftswunders in erster Linie hinter vorgehaltener Hand gekauft wurden. Klein genug, um sie in einem Buch versteckt unbemerkt in der Straßenbahn lesen zu können, boten sie Anrüchiges für den Mann von Welt. Oder auch nicht. Götz Alsmann präsentiert die heute ausgesprochen harmlos wirkenden Hefte im Rahmen eines bunten Abendprogramms. [...mehr]
Beim Internationalen Filmfestival in Cannes äußerte sich der dänische Regisseur und Provokateur Lars von Trier fragwürdig auf der Pressekonferenz seines neuen Films „Melancholia“: Er sympathisiere mit den Nazis und verstehe Hitler. Seine kontroverse Aussage führte zu viel Aufregung und bösen Blicken von Kirsten Dunst und der Festivalleitung.
Mal wieder hat es Lars von Trier auf die Spitze getrieben. Er hat sich unbedacht in etwas hinein geredet, wo er nicht mehr raus kam. Da hilft am Ende auch keine offizielle Entschuldigung und Negation der leichtsinnigen Provokation.
Das nennt man schlechte Kinderstube – schlimmer an dem ganzen Skandal ist allerdings der Skandal selbst. Anstatt eine inhaltliche Diskussion zu entfachen, plustern sich Cannes und die Medien auf, weil Lars von Trier „Hitler“ gesagt hat. [...mehr]
Elizabeth Taylor, Schauspielerin und Hollywood-Diva, verstarb am 23. März im Alter von 79 Jahren nach wochenlangem Klinik-Aufenthalt an einem Herzleiden.
Der Name Elizabeth Taylor steht wie kaum ein anderer für Hollywood-Glamour pur. Ihr Rolle als ägyptische Königin Kleopatra machte sie weltberühmt, obwohl der Film zunächst in den Kinos floppte, doch auch mit ihren zahlreichen Ehen machte sie von sich reden. Zweimal wurde sie als beste Hauptdarstellerin mit dem Academy Award ausgezeichnet und 1993 erhielt sie einen Oscar-Sonderpreis, den Jean Hersholt Humanitarian Award, für ihren Einsatz im Kampf gegen AIDS. [...mehr]
Für viele Kinder berühmter Eltern ist der Name nicht immer ein Segen. Mary McCartney, älteste Tochter des legendären Paul und Schwester von Modedesignerin Stella, kann sich jedoch nicht beklagen. Seit Mitte der 90er arbeitet sie erfolgreich als Fotografin. Erstmals gibt es jetzt in Deutschland eine Ausstellung mit ihren Arbeiten zu sehen.
Als Baby war Mary McCartney, wie alle anderen Kleinkinder auch, noch auf der anderen Seite der Kamera. Und doch hatte ihr das echte Berühmtheit eingebracht. Auf dem Coverfoto von Vater Pauls erstem Solo-Album lugt sie aus dessen Jacke hervor. Das Bild stammt von ihrer Mutter Linda, von der sie wohl auch die Liebe zur Fotografie geerbt hat. [...mehr]
Schauspielerin Jane Russell verstarb am Montag im Alter von 89 Jahren. Vor allem in den 50ern prägte sie das Bild Hollywoods mit ihren weiblichen Vorzügen, zeichnete sich aber auch durch die Gründung einer Adoptions-Organisation aus.
Geboren 1921 in einer kleinen Stadt im U.S.-Bundestaat Minnesota wurde Jane Russell schon früh von der Begeisterung ihrer Mutter für das Theater und den Schauspielberuf angesteckt. Nach dem Tod ihres Vaters musste sie arbeiten, um die Familie finanziell unterstützen zu können, schaffte es aber dennoch, Geld für den Besuch einer Schauspielschule zusammen zu sparen. [...mehr]
Nach Ende des ersten Weltkrieges war die Kunst der Weimarer Republik vor allem eines: nüchtern. Unter dem Begriff der Neuen Sachlichkeit rückten soziale Themen in den Mittelpunkt und gaben der künstlerischen Arbeit einen politischen Anstrich. Eine Auswahl von Werken dieser Epoche gibt es vom 16. Februar bis 15. Mai im Bonner Kunstmuseum zu sehen.
„Gefühl ist Privatsache“ lautet der programmatische Titel dieser Ausstellung mit rund 130 Exponaten aus dem Berliner Kupferstichkabinett, darunter Aquarelle, Zeichnungen und Druckgrafiken. Hinzu kommen 35 Leihgaben, unter denen sich vor allem Gemälde finden lassen. Die große Auswahl soll die Vielfalt einer Kunstströmung zeigen, die im Allgemeinen gerne vereinheitlicht wird und doch wesentlich heterogen ausfällt. [...mehr]