Immer gerne nutzen Konzerne die Möglichkeit, ihrem Image mit Kulturförderung den richtigen Schliff zu verpassen. Die Audi AG etwa veranstaltet unter anderem im mittlerweile dritten Jahr ein eigenes Jazzfestival, das drei Tage lang mit nationalen und internationalen Künstlern der Branche aufwartet.
Vom 3. bis 5. September fungiert der Autohersteller mit den 4 Ringen im Logo erneut als Gastgeber, Sponsor und Mitveranstalter eines hausgemachten Live-Events, das zwar weder so groß angelegt ist wie die Leverkusener Jazztage noch dezidiert den Nachwuchs fördert wie das jüngst neu gegründete und überaus erfolgreiche Jazzfest Bonn, zu beiden aber eine interessante Ergänzung darstellt. [...mehr]
Eine virtuelle Ausstellung entlang der Zeitlinie eines Horrorfilmklassikers – was kompliziert klingt, erweist sich in der Ausführung als faszinierendes Videokunstprojekt. Rund 150 bildende Künstler unterschiedlichster Ausrichtung haben sich vereint, um „Night of the Living Dead“, den Urvater aller Zombie-Filme, auf ihre Weise ganz neu zu erfinden.
Das Resultat ist eine Stilcollage ganz eigener Art, die alle postmodernen Mash-Ups geradezu altmodisch aussehen lässt. Dabei war die Idee von Anfang an äußerst ungewöhnlich. Künstler aus aller Welt wurden dazu eingeladen, sich je eine kurze Szene auszuwählen, und diese dann mit beliebigen Mitteln neu zu visualisieren. [...mehr]
Als einer der bedeutendsten deutschen Künstler der Gegenwart hat der Oldenburger Thomas Schütte schon „Ferienhäuser für Terroristen“ gebaut – und das selbstverständlich nicht ernst gemeint. Eine Ausstellung der Bundeskunsthalle Bonn widmet sich jetzt bis zum 1. November unter dem Titel „Big Buildings – Modelle und Ansichten“ seinen vielgestaltigen Werken zwischen Skulptur, Architektur, Aquarell und Radierung.
2005 gewann Thomas Schütte den Goldenen Löwen der Biennale von Venedig als bester Einzelkünstler. Dreimal war er an der documenta in Kassel beteiligt, wurde gerade aktuell zum Preisträger des Düsseldorfer Kunstpreises 2010 und kann auch sonst auf jede Menge Anerkennung in der Szene zurückblicken. Einem breiten Publikum ist er allerdings weniger bekannt. Daran wird vermutlich auch die aktuelle Ausstellung in der Bundeskunsthalle wenig ändern. [...mehr]
Überdimensionale Plastiken von Hundewelpen, aufblasbare Riesenhasen und kitschige Inszenierungen von Porno-Sternchen – so in etwa kennt man den US-Künstler Jeff Koons. Nicht gerade tiefgründig kommen seine Werke daher, und so ist er dem Produktdesign manchmal näher als der Hochkunst. Passenderweise fiel die Wahl für die Gestaltung des BMW Art Cars dieses Jahr auf ihn.
Die Tradition des Künstlerautos aus den bayerischen Werkshallen von BMW geht zurück ins Jahr 1976. Der amerikanische Rennfahrer Sam Posey schlug damals dem Künstler Frank Stella vor, dessen typischen gitternetzartigen Muster zum Prinzip eines Autodesigns zu machen. Das Konzept des Art Cars war geboren und brachte über die Jahre eine Reihe illustrer Namen ins Spiel. [...mehr]
Die ursprünglich aus Schweden stammende Vodkamarke „Absolut“ ist von jeher für ihre ungewöhnlichen Werbekampagnen mit Sammlerwert bekannt. Immer wieder entwerfen etablierte Künstler Plakatserien, produzieren Clips oder Kurzfilme. Aktuelles Beispiel sind Arbeiten der deutschen Fotografin Ellen von Unwerth.
Von Absolut lässt man sich als Künstler gerne vor den Karren spannen. Denn die Schweden (heute eigentlich Franzosen, da von Pernod Ricard aufgekauft) sind bekannt dafür, dass sie eine Menge Freiheiten einräumen. So konnte Filmemacher und Videoclip-Regisseur Spike Jonze schon einmal einen halbstündigen Kurzfilm drehen, bei dem man sich alle Mühe geben muss, um den Sponsor überhaupt zu entdecken. Ähnlich erging es der Frankfurterin Ellen von Unwerth. [...mehr]
Einem der bedeutendsten deutschen Maler der Gegenwart ist genau einen Tag nach seinem 50. Geburtstag eine umfassende Werkschau gewidmet, die nahezu zeitgleich an zwei Orten stattfindet. In Leipzig und München lässt sich vom 18. bzw. 20. April bis zum 15. August ein umfassender Einblick in das Schaffen von Neo Rauch gewinnen.
Auf der 40. Art Basel griff Brad Pitt tief in die Tasche, um sich ein Bild des bekanntesten Vertreters der Leipziger Schule zuzulegen. Neo Rauch ist längst ein Künstler für Anlageobjekte geworden, und so verkaufen sich eine Arbeiten auch wie geschnittenes Brot. Unter dem Titel „Begleiter“ bieten jetzt sowohl das Museum der bildenden Künste in Leipzig als auch die Pinakothek der Moderne in München eine Retrospektive des vieldiskutierten deutschen Malers. [...mehr]
“Troja - die Tanzshow” wird vom 07. bis 11. April in der Münchner Zenith Halle aufgeführt. “Troja” ist nach “Sultans of the Dance” und “Fire of Anatolia” bereits die dritte Inszenierung des türkischen Choreographen und Show-Produzenten Mustafa Erdogan.
Um die antike Stadt Troja ranken sich etliche Mythen. Die Legenden erzählen von Intrigen, Verrat, Liebe und Leidenschaft. Dem Publikum wird ein mitreißendes Spektakel geboten. Über Hundert Tänzerinnen und Tänzer aus aller Welt in faszinierenden Kostümen mit gewaltigen Kopfbedeckungen, opulente Musik und Lichteffekte erschaffen ein einzigartiges Bühnenbild, welches die Zuschauer in seinen Bann ziehen wird.
Seit 2008 betreibt die (Kunst)historikerin Dr. Gerhild H. M. Komander das Forschungsprojekt Frauen in Berlin und beschäftigt sich intensiv mit dem Stellenwert und den Leistungen, die sie innerhalb und außerhalb der Frauenbewegung für die Stadt erbracht haben. Regelmäßig bietet sie auch Führungen und Stadtspaziergänge zu dem Thema an – nicht nur für interessierte Frauen!
Frauenleben in Berlin – ein Streifzug am Internationalen Frauentag
Frauen im Stadtbild Berlins findet man eher selten, sieht man mal von Göttinnen und Heiligen wie der Viktoria auf dem Sockel der Siegessäule ab. Ganz genau 3 Frauen widmete man für ihre besonderen Leistungen ein Bildnis: Königin Luise, Rosa Luxemburg und Käthe Kollwitz.
Doch wo waren die anderen Frauen? All die Königinnen und Prinzessinnen, Künstlerinnen und Intellektuellen? In der Mitte der Hauptstadt lebten sie nebeneinander und mussten doch auch miteinander in Berührung kommen? Auf einem geführten Stadtspaziergang im Frühling durch den Bezirk Mitte rund um den Hackeschen Markt, Spandauer Straße und Unter den Linden veranschaulicht Dr. Gerhild Komander die Frauengeschichte der Stadt, die in ihren frühen Jahren eher eine untergeordnete Rolle spielte. Die Leben von Komponistin Anna Amalie - Prinzessin von Preußen, Kurfürstin Dorothea und Louise Henriette oder aber Pianistin Fanny Hensel, deren Bruder Felix Mendelssohn Barholdy als Komponist in die Geschichte einging, eine Karriere, die ihr verwehrt blieb.
Die Stadtführung Frauenleben in Berlin – Ein Streifzug durch Berlin findet passend zum Internationalen Weltfrauentag am 7. März statt und dauert ca. 2 Stunden. [...mehr]
Am 9. Oktober reiht sich der amerikanische Filmemacher und Künstler David Lynch in eine illustre Riege von wichtigen Vertretern der modernen Kunst ein – jedenfalls nach Meinung der Initiatoren des Goslaer Kaiserrings, der ihm an diesem Datum offiziell verliehen wird. Ob man mit dieser Entscheidung nicht vor allem das eigene Renommée bestätigen will, steht auf einem anderen Blatt.
Kürzlich hatte David Lynch unter dem Titel „Dark Splendor“ die erste in Deutschland stattfindende Ausstellung mit eigenen Werken im Max Ernst Museum in Brühl eröffnet. Jetzt bekommt er eine Auszeichnung verliehen, die zuvor ebenfalls schon – wenn auch posthum – der Namensgeber dieses Hauses erhalten hatte. [...mehr]
Über 150 Cover der „Vogue“ wurden von ihm gestaltet, und so einflussreich wie das Magazin für die Wahrnehmung von Mode war, so bedeutsam fiel dabei auch der Anteil von Irving Penn aus. Am 7. Oktober starb der große Fotograf und ältere Bruder des Hollywood-Regisseurs Arthur Penn im Alter von 92 Jahren.
Vermutlich das bekannteste Bild Irving Penns ist sein ikonisches Picasso-Porträt, das den Maler mit Hut, halb verdecktem Gesicht und eindringlichem Blick direkt ins Auge des Betrachters zeigt. Zugleich belegt diese Aufnahme Penns archetypischen Stil in Vollendung. Scharfe Kontraste waren dem Meister jederzeit fremd, überflüssige Deko gibt es nicht. Seine Inszenierungen sind ebenso nüchtern wie detailliert. Bekannt wurde der Fotograf aber vor allem durch seine prägenden Modeaufnahmen. [...mehr]