Gewinnerin des Abends beim Deutschen Comedy Preis 2009 war Cindy aus Marzahn – schlechter bekannt unter ihrem bürgerlichen Namen Ilka Bessin. Bei drei Nominierungen konnte die gebürtige Luckenwalderin zwei Preise abräumen: als beste Komikerin und für das beste TV-Soloprogramm.
Die 37-Jährige, die seit rund fünf Jahren als Langzeitlose Cindy aus dem Berliner Plattenbaubezirk Marzahn auf sich aufmerksam macht, seit sie erstmals beim Quatsch Comedy Club auftrat, setzte sich gegen am vergangenen Freitag (22.10.09) gegen die nicht zu unterschätzende Konkurrenz durch und konnte so den bereit zweiten, beziehungsweise dritten Deutschen Comedypreis ihrer Karriere sichern. Damit ist endlich auch jemand auf dem besten Weg, Mario Barth langsam, aber sicher einzuholen. Wie gesagt: endlich. Egal wer.
Nachwuchspreis für Cindy mit 35 Jahren
Im Jahr 2007 hatte die bereits damals beleibte ehemalige Köchin im Alter von 35 Jahren den Deutschen Comedypreis als Bester Newcomer gewonnen. In diesem Jahr gewann Ilka alias Cindy aus Marzahn mit ihrem Programm „Schizophren – Ich wollte ‘ne Prinzessin sein“ die Jury für sich.
Ilka Bessin bei der Schillerstraße
Seit Anfang diesen Jahres spielt Ilka Bessin neben ihrem eigenen Programm [...mehr]
Das Hexenkessel Hoftheater hat sich der Schauspielerei und dem Schauspiel ganz im Sinne Shakespeares verschrieben: nicht nur die Stücke selbst stammen zum Großteil vom Meister selbst, auch die Art der Umsetzung würde ihn wohl in Begeisterung versetzen.
Eigene Übersetzungen der Stücke setzen auf Wortwitz, Lebendigkeit und Publikumsnähe. Aber auch der Veranstaltungsort orientiert sich an der Aufführungspraxis zu Shakespeares Zeiten, als umherziehende Schauspielensembles auf eilig zusammengezimmerten Bühnen das Publikum verzauberten und unterhielten, ohne den akademisch-künstlerischen Zeigefinger hervorzuholen.
Im hölzernen Amphitheater im Berliner Monbijoupark bringt ein überschaubares Team derzeit u.a. das als Shakespeares letztes Stück geltende „Der Sturm“ zur Aufführung und verirrt sich dabei nicht [...mehr]
Sie ist zurück. Nach 15 Jahren Abstinenz fegt das Schlager-Luder wieder über die Bühnen zwischen Grevenbroich und Dormagen. Dass sich hinter Uschi Blum der Komiker Hape Kerkeling verbirgt, halte ich für ein Gerücht.
15 Jahre nach ihrem grandiosen Auftritt in Hape Kerkelings Film “Kein Pardon” stürmt die rothaarige, vollschlanke Sängerin die Hitparaden mit ihrem erotischen Bekenntnissong “Sklavin der Liebe”. Wie aber ist dieses fulminante Comeback zu erklären?
Ganz einfach: Kerkeling verschaffte ihr einen Auftritt in seinem Norwegen-Film “Ein Mann, ein Fjord” und Uschi Blum sang sich zurück in Hirne und Herzen des Publikums. Ihre Musik strotzt mehr denn ja nach frivolem Sex, ungezügelter Lust und purer Weiblichkeit. Mit dem Song “Sklavin der Liebe” macht Uschi ganz nebenbei das Tabu-Thema BDSM endlich salonfähig.
Die wilde Uschi wurde irgendwann zwischen 1949 und 1968 als Hildegard Sterczinski in Dinslaken geboren. Kindheit und Jugend verbrachte sie singend im Mädchenchor Sankt Hedwig. Sie brach Ausbildungen als Kosmetikerin, Nageldesignerin und Hundefachpflegerin ab, weil sie stets nur ein Ziel hatte: die Schlagerbühnen dieser Republik.
Zunächst aber erreichte sie mit dem Song “Gefühl pur” lediglich in der Luxemburger Hitparade und als “Emotioneli purski” auch in den albanischen Charts mäßige Platzierungen. Dennoch war Uschi über Jahre hinweg berühmt und berüchtigt für ihre heißen Bühnenauftritte. Es folgten einige Erfolge im Filmgeschäft bis sich Uschi in den 90er Jahren aus dem Show-Biz zurückzog. Ungebrochen blieb aber Uschis kreativer Input. Sie eröffnete ein Hunde-Nagelstudio und meißelte Figuren aus Ytong-Steinen.
Die MilvaDiva hat bereits fünf Ehemänner verschlissen und neuerdings geht das Gerücht, dass sie mit dem unvergleichlichen Horst Schlämmer angebandelt hat. Das Jahr hat also gut begonnen für die dralle Sängerin. Ihr neuer Hit “Mittsommerblues” hat wieder das Zeug zum Senkrechtstarter. [...mehr]
Zu keiner anderen Menschheitszeit war es so einfach Dinge selbst zu bauen, basteln, hämmern, sägen oder kleben. Selbst Musik machen, Filme drehen, Radiosendungen produzieren oder publizieren war niemals so leicht und vor allem die Mittel dafür so zugänglich. Dazu beigetragen haben vor allem die Digitalisierung und das Internet. Filme, die halbwegs gut aussehen müssen nicht mehr auf Film gedreht werden oder Musik, die professionell klingt muss man nicht mehr in einem sauteuren Studio produzieren; das beweist das Internet-Portal mySpace. Manchmal reicht dazu schon eine anständige Software und ein Vier-Spur-Gerät aus. Viele unserer Ahnen haben davon geträumt.
Hinzu kommt, dass es inzwischen schick geworden ist Sachen wieder selbst herzustellen. Das hängt vor allem mit der Massenproduktion zu tun. Ein selbstgenähtes Kleid sieht eben nicht aus, wie von H+M oder eine selbstgebastelte Laptop-Tasche ist immer ein Hingucker. Für Menschen, die gern basteln und individuelle Sachen zu schätzen wissen, gibt es jetzt die passende Internetseite. Bei Wawerko handelt es sich um eine Webseite auf der jede/r Bauanleitungen für alles mögliche hochladen kann. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt, im Gegenteil: Egal ob die schon erwähnte Laptop-Tasche, Marsmännchen aus Fruchtgummi oder Anleitungen, wie man seinen Spritverbrauch fürs Auto senken kann – auf Wawerko findet man zu jedem Stichwort die passende Anleitung.
Das Gute ist natürlich das interaktive Element. Anleitungen können bewertet oder ergänzt werden; dadurch entsteht ein riesiger Pool an kreativer Selbermach-Energie. Übrigens: Das passende Buch dazu hat Holm Friebe vor kurzem veröffentlicht, darüber haben wir aber schon berichtet. Viel Spaß beim stöbern und mein anschließenden Tüfteln. [...mehr]
Atze Schröder ist einer der wenigen TV-Comedians, die mir noch unsympathischer sind als Mario Barth. Hella von Sinnen mal ausgenommen.
Atze Schröder, der es nicht gern hat, wenn man seinen richtigen Namen im Internet nennt, ist momentan auf Tour. Und sein Erfolg ist überwältigend. In diesem Monat sind seine Dates fast alle ausverkauft. Das bedeutet, auch wenn er auf wirklich billige Methoden zur Publicity-Generierung zurückgreifen muss - er kommt bei den Leuten an. [...mehr]
Mario Barth ist der zur Zeit erfolgreichste deutsche Comedian.
Über Mario Barth zu schreiben, ist genau genommen witzlos. Der Mann füllt ein Stadium, presst das auf eine DVD, verdient eine Menge Geld damit. Mario Barth - “einer von uns”… ein Held der Arbeiterklasse, der sich mit nur einem Funken Intellekt und viel Charme durch das Leben kämpft. Genau das richtige Quentchen Intellekt und die exakt abgestimmte Überportion Charme um anzukommen bei Deutschlands Gernelachern und “Upps” (die Pannenshow!) - Stammguckern. Genau das richtige dummdreiste Grinsen und die leicht verkrampfte Haltung um zu signalisieren: “Ick bin genau so blöd wie ihr und weiß das auch.”
Mit Mario Barth lacht man über die anderen. Siehe “Mario Barth präsentiert” inklusive armseliger Einpark-Spielchen. Mit Mario Barth lacht man über die Freundin. Siehe 98 % aller Mario-Barth Witze. Oder man lacht, weil Mario Barth verkniffen ins Publikum starrt. Siehe Mario Barths live Show.
Herr Barth hat jetzt eine Single. Die nennt sich “Mensch Berlin” und knüpft zielsicher an die Legende Harald Juhnke an. Um auch die etwas älteren Lacher “von uns” abzugreifen. Nur haben Mario Barth und Harald Juhnke in etwa soviel gemeinsam wie Sido und MF Doom. Alles nur Äußerlichkeiten und dazu noch schlecht kopiert.
Aber eben erfolgreich. Und da heutzutage der Erfolg jedem Recht gibt, müssen wir uns wohl einstellen auf eine weitere Welle von Barths Geschichten über seine nackt vornübergebeugte Freundin. Harr Harr. [...mehr]
Dürfen wir uns tatsächlich schon auf den Frühling freuen?
Oder ist lieber noch etwas Zurückhaltung angebracht?
Unsinn- denk’ ich mir. Kommt die Sonne raus, bin ich auch bereit, sie gebührend zu empfangen. Mit Sonnebrille und MP3-Player ausgestattet genieße ich die nun länger werdende Tage. Selbst das morgendliche Aufstehen, fällt nur noch halb so schwer…Wie auch immer, die Menschen genießen es endlich wieder draußen unterwegs zu sein und in der Stadt liegt eine erwartungsvolle Stimmung in der Luft. Und das nicht nur, weil dieser Jahreszeit so gerne eine besondere Flirtoffenheit nachgesagt wird.
Schlendernd, mit wachen Sinnen die Umgebung wahrnehmen, darin liegt für mich der Reiz. Auch wenn die Wettervorhersagen noch nichts versprechen können, die triste und nass-kalte Zeit liegt mit Sicherheit hinter uns. Da nehme ich ganz gerne noch gen 0°C tendierende Temperaturen am frühen Morgen entgegen.Auch die Städte zeigen sich von ihrer besten Seite. Die ersten Außenterrassen werden eingeweiht und die Stadt wirkt in dem Frühlingslicht wie frisch geputzt. Das ist die beste Zeit, um durch die Straßen zu flanieren, ohne Ziel einfach nur um der angenehmen Situation willen.
Spazieren gehen am Rheinufer, Tee trinken auf dem eigenen Balkon oder einfach nur auf einer Bank sitzend die Sonne zu genießen. Was auch immer an lästigen und unbequemen Pflichten den Alltag erschweren, die aufkeimende Hoffnung auf den Frühling, macht das wett?