» Theater

Autor: Thomas

Hitler trifft auf Siegmund Freud und Marilyn Monroe auf Mao. Klingt absurd und ist es auch. Ein „Hysterienspiel“ nennen die Autoren ihre eigenwillige Zeitgeschichtsrevue „Helden des 20. Jahrhunderts“. Das Besondere daran: Alle auftretenden Gestalten der jüngeren Historie sind Stabpuppen. Ab dem 20. Februar gastiert das sehenswerte Bühnenspektakel nach einer Tour durch die Republik erneut in Köln.

Der globale Personenkult beginnt streng genommen erst im 20. Jahrhundert und wird mit der Erfindung der Massenmedien zum Pänomen einer neuen Epoche. Plötzlich prägen einzelne Gestalten das Denken und Empfinden jenseits nationaler Grenzen. Ikonen entstehen ohne jeglichen religiösen Bezug, und die zu Helden erkorenen Projektionsflächen erscheinen auf Postern und T-Shirts. Das, wofür sie stehen, wird zum Spielzeug eines kollektiven Bewußtseins. Es ist also nur folgerichtig, wenn die entscheidenden Figuren der letzten 100 Jahre auf der Bühne von Puppen dargestellt werden.    [...mehr]


Autor: Thomas

Vom „amazonischen Schmerz“ spricht Peter Sloterdijk, wenn es um die Zerstörung der grünen Lunge des Planeten geht. Ein großangelegtes dreiteiliges Musiktheaterprojekt, angesiedelt irgendwo zwischen Oper und Multimedia-Show, nimmt sich des Themas an und erfährt seine Weltpremiere auf der Münchener Biennale 2010.

Drei relativ selbständige Teile umfasst das Projekt „Amazonas“, und das hat vor allem damit zu tun, dass Teil Eins und Zwei auf jeweils unterschiedlichen Kompositionsaufträgen beruhen. Überhaupt gibt es über weite Strecken nur inhaltlich einen roten Faden, der sich durch das musikalische Tryptichon zieht. Formal hingegen ist der Ansatz durchaus disparat.    [...mehr]


Autor: Thomas

Als die weltberühmte Choreografin am 30. Juni unerwartet verstarb, sah es so aus, als würden die gemeinsamen Pläne für einen Tanzfilm, den Wim Wenders mit Pina Bausch drehen wollte, nun nicht mehr umgesetzt werden können. Mitte Oktober haben in Wuppertal die Dreharbeiten nun doch erneut begonnen. Das Bemerkenswerte an dieser Produktion: der fertige Film wird in 3D zu sehen sein.

Unter dem schlichten Titel „Pina“ soll 2010 eine ganz besondere Erinnerung an die große Choreografin in die Kinos kommen. Filmemacher Wim Wenders hatte zusammen mit Pina Bausch und dem Tanztheater Wuppertal bereits lange an dem Projekt gearbeitet, bevor Anfang des Jahres die erste Klappe fiel. Jetzt, knapp 4 Monate nach dem Tod der Künstlerin, zeichneten die (Digital-) Kameras wieder auf, zwar mit einem überarbeiteten Konzept, im Kern aber mit demselben Grundgedanken.    [...mehr]


Autor: Thomas

Joachim Sartorius, Intendant der Berliner Festspiele, verspricht ein „gigantisches Theaterspektakel“. Da ist sicher etwas dran, denn vom 1. bis 4. Oktober erinnert die französische Straßentheater-Compagnie „Royal de Luxe“ mit einem Live-Event an die friedliche Revolution der DDR-Bürger von 1989. Mit riesigen Puppen als Protagonisten macht die Truppe Berlin vier Tage lang zu ihrer Bühne.

Eigens zur Erinnerung an den Mauerfall vor mittlerweile zwei Jahrzehnten hat Jean Luc Courcoult, künstlerischer Leiter und Gründer von „Royal de Luxe“, mit „Le rendez-vous de Berlin – Das Wiedersehen von Berlin“ ein Open-Air-Spektakel entworfen, das wahrhaft riesige Ausmaße hat. Das Event verwandelt die Hauptstadt in eine lebendige Kulisse.    [...mehr]


Autor: Thomas

Kaum jemand kennt sie nicht, die Geschichte des jüdischen Prinzen, der als vermeintlicher Mörder in Skalverei gerät, Jesus von Nazareth begegnet und schließlich in einem sektakulären Wagenrennen seinem Widersacher gegenübersteht. Nach dem Roman des US-Generals Lew Wallace und der Hollywood-Verfilmung von 1959 tourt jetzt auch eine Live-Show durch die großen Arenen Europas. Erste Station ist die Hamburger Color Line Arena.

Für Insider ist „Ben Hur“ vor allem mit der berühmtesten Unachtsamkeit der Filmgeschichte verbunden: In einer Einstellung der legendären Wagenrennen-Sequenz (wohlgemerkt spielt die Geschichte anfang des ersten Jahrhunderts n. Chr.) sieht man doch tatsächlich, wie Hauptdarsteller Charlton Heston eine Armbanduhr trägt. Solche Details dürften in der überlebensgroßen Arena-Show, die den klassischen Stoff jetzt hautnah nacherleben lässt, zum Glück kaum auffallen.    [...mehr]


Autor: Thomas

Was viele andere Kabarettbühnen zum hauseigenen guten Ton zählen, hat jetzt auch das traditionsreiche Bonner Pantheon-Theater ins Leben gerufen: Ein eigenes Ensemble. Vier Comedians bilden das neugegründete Spassteam, das sich am 09. September erstmalig einem durchweg zufriedenen Publikum vorstellte. „Fahrerflucht – Wege aus der Verantwortung“ heißt ihr erstes abendfüllendes Programm. Zu den Gästen im Saal gehörte unter anderem Ingolf Lück.

14 Rollen, aber nur 4 Darsteller – das fordert einiges an Wandlungsfähigkeit. Autor Thomas Lienenlüke und Regisseur Hans Kieseier haben sich für die Premiere des brandneuen Pantheon-Ensembles einiges einfallen lassen. Statt klassischer Nummernrevue, wie sie für das Abendprogramm einer Kabarettbühne Standard ist, bietet „Fahrerflucht“ im Grunde Boulevardtheater mit leichten Anklängen an die politische Farce.    [...mehr]


Autor: Thomas

Mit dem Tod von Ted Kennedy ging in den Augen vieler die Ära einer Dynastie zuende. Den belgischen Theaterregisseur Luk Perceval hingegen zwang dieses Ereignis vor allem dazu, das Ende eines collagenhaften Bühnenwerkes über eine der berühmtesten Familien der politischen Gegenwart noch einmal umzuschreiben – und das wenige Tage vor der Uraufführung am Hamburger Thalia-Theater. Geschadet hat es dem Stück aber offensichtlich nicht. Die Reaktionen des Premierenpublikums fielen weitestgehend positiv aus.

Mit einem zwölfstündigen Shakespeare-Event hatte Luk Perceval Ende der 90er vom Zuschauer einiges an Sitzfleisch und Durchhaltevermögen verlangt. Nicht ganz so anstrengend ist seine aktuelle Produktion geraten, wenn sie auch durchaus den Geist der berühmten Königsdramen des englischen Dichters mit sich bringt. „The Truth about the Kennedys“ ist dem Titel gemäß selbstverständlich ein uneinlösbares Versprechen und bewußt arg hoch gegriffen. Erhellende Einblicke in die Strukturen der irischstämmigen Dynastie bietet das vierstündige Bühnenwerk jedoch allemal.    [...mehr]


Autor: Thomas

Wer als Kind schon nicht die Bücher von Michael Ende gelesen hat, der kennt den kleinen farbigen Jungen und seinen Freund Lukas, den Lokomotivführer, ganz sicher zumindest aus der Augsburger Puppenkiste. Dass sich die Geschichten aus Lummerland auch nach einem halben Jahrhundert noch größter Beliebtheit erfreuen, beweist jetzt ein Kindermusical, das es bis zum 9. August im Deutschen Schauspielhaus Hamburg zu sehen gibt.

Wer hierzulande noch nie etwas vom Scheinriesen gehört hat, dem Mann, der größer und größer zu werden scheint, je weiter man sich von ihm entfernt, der muss seine Kindheit wohl verschlafen haben. Zumindest in Deutschland sind die Abenteuer von Jim Knopf praktisch Pflichtprogramm. Die Lokomotive Emma, der Drache Frau Mahlzahn und König Alfons, der Viertel-vor-Zwölfte, sind in hiesigen Kinderzimmern auch heute noch mindestens so zuhause wie Janoschs Tigerente.    [...mehr]


Autor: Hendrik

„Eine Ohrfeige dem öffentlichen Geschmack“ – das ist nicht nur der Titel eines Buches, sondern auch einer Ausstellung im Kölner Museum Ludwig, die noch bis Anfang 2010 zu sehen sein wird.

So gibt das vor knapp 100 Jahren in Moskau erschienene Manifest der russischen Avantgarde, namentlich der russischen Futuristen wie Majakowski, Chlebnikow oder Krutschonych, nun einer Ausstellung ihren Namen, die auf ebenso einzigartige Weise in sechs Projekt-Teilen den russischen Kubofuturismus zeigen wird, wie das Manifest 1912 auf radikale Weise dazu aufrief, mit der traditionellen, klassischen Kunst zu brechen.

Während in dem Buch von 1912 u.a. Gedichte von Majakowski wie “Nacht” oder “Morgen” zu finden sind, kann man sich auf der Kölner Ausstellung nun davon überzeugen, auf welche radikale Weise die russischen Künstler die geforderten Brüche und Neuerungen umgesetzt haben.

Das Museum Ludwig bietet mit über 800 Exponaten eine für Europa einzigartige Vielfalt, was Kunstwerke der russischen Avantgarde betrifft. Obwohl schon lange kein Geheimtipp mehr, sollte man sich die Ausstellung - z.T. auch mit “Eine Ohrfeige für den öffentlichen Geschmack” übersetzt - nicht entgehen lassen.

Zahlreiche Fotografien der Künstlerin Daniela Mrazkowa werden ab Oktober die Fans der Fotografie nach Köln locken.    [...mehr]


Autor: Hendrik

Das Hexenkessel Hoftheater hat sich der Schauspielerei und dem Schauspiel ganz im Sinne Shakespeares verschrieben: nicht nur die Stücke selbst stammen zum Großteil vom Meister selbst, auch die Art der Umsetzung würde ihn wohl in Begeisterung versetzen.


Eigene Übersetzungen der Stücke setzen auf Wortwitz, Lebendigkeit und Publikumsnähe. Aber auch der Veranstaltungsort orientiert sich an der Aufführungspraxis zu Shakespeares Zeiten, als umherziehende Schauspielensembles auf eilig zusammengezimmerten Bühnen das Publikum verzauberten und unterhielten, ohne den akademisch-künstlerischen Zeigefinger hervorzuholen.

Im hölzernen Amphitheater im Berliner Monbijoupark bringt ein überschaubares Team derzeit u.a. das als Shakespeares letztes Stück geltende „Der Sturm“ zur Aufführung und verirrt sich dabei nicht    [...mehr]


Seite 1 von 3123»