Wer Animationsfilme, oder altmodischer „Zeichentrickfilme“, früher eher mit einem Kinderpublikum in Verbindung gebracht hat, geht unter Umständen heute selber für die nicht selten überraschend raffinierten Produktionen ins Kino. Einen großen Anteil daran haben die Pixar Animation Studios. Ihnen widmet die Bundeskunsthalle demnächst eine eigene Ausstellung.
Von klassischem „Zeichentrick“ kann bei Pixar allerdings keine Rede sein, denn die Filme aus dem Konzerngefüge von Disney entstehen ausschließlich am Computer. Überhaupt ist das heute längst gängige Praxis. Vor 1995 allerdings hätte eine derartige Entwicklung wohl eher niemand erwartet. Doch mit „Toy Story“, dem ersten rein computeranimierten abendfüllenden Spielfilm, änderte sich die Lage. Die lustige Geschichte um lebendige Spielzeuge wurde ein durchschlagender Erfolg. [...mehr]
Drei Künstler, ein Thema: Schon über 50.000 Besucher konnte diese Ausstellung im ersten Monat für sich verbuchen, und es ist kaum anzunehmen, dass sich das Interesse bis zum 15. Juli merklich verringern wird. Zu bekannt sind dafür die Künstler, zu vielversprechend ist der Gegenstand.
Gemeinschaftsausstellungen bedeutender Vertreter der Kunstgeschichte haben es oft nicht leicht, einen sinnvollen roten Faden zu finden. Für eine aktuelle Schau von Basquiat, Clemente und Warhol hat die Bonner Bundeskunsthalle jedenfalls vorsichtshalber einmal letzteren zum Headliner einer eigenen Werbeplakatserie erklärt. Wenn das Thema stimmt, sind solche taktischen Scharmützel aber eher unnötig. [...mehr]
Daniel Craig soll sich persönlich dafür eingesetzt haben, dass MI6-Chefingenieur „Q“ im aktuellen James-Bond-Film „Skyfall“ nach längerer Pause wieder mit dabei ist. In den klassischen Beiträgen der Reihe war er mit seinen absurden Gadgets unverzichtbarer Bestandteil. Dass viele seiner Erfindungen viel näher an der Wirklichkeit waren, als man glauben mag, zeigt jetzt eine aktuelle Dauerausstellung in Oberhausen.
Über 2000 Quadratmeter widmen sich unter dem Titel „Top Secret – Die geheime Welt der Spionage“ eben diesem Thema. In insgesamt 18 Abschnitten gibt es eine Menge zu erfahren über Historie und Methoden staatlich sanktionierter Schnüffelei. Vieles davon ist überraschend, manches geradezu erschreckend, und nicht weniges wirklich skurril und kaum vorstellbar. [...mehr]
Kaum zu glauben, dass der bedeutendste Vertreter des späten Manierismus und erklärtes Vorbild vieler Künstler der frühen Moderne jetzt erstmals in Deutschland Thema einer großen Ausstellung ist. Im Düsseldorfer Kunstpalast werden bis zum 12. August exklusiv aber nicht nur Werke von El Greco selber gezeigt, sondern auch solche derer, die er beeinflusste.
Obwohl der eigentlich unter dem Namen Domenikos Theotokópoulos 1541 in Kreta geborene Maler 1910 schon fast 300 Jahre verstorben war, fand sein Werk in Deutschland erst durch das Tagebuch „Spanische Reise“ des Kunsthistorikers Julius Meier-Graefe ein breiteres Publikum. Zwei Jahre später waren erstmals zehn Werke El Grecos in der Kunsthalle Düsseldorf zu sehen. Die jetzige Ausstellung ist also auch eine Art Jubiläumsfeier. [...mehr]
In der Kunstgeschichte hat das Kopieren von Originalen einen ständig wechselnden Stellenwert erfahren. Heute ist sie vor allem Gegenstand von Urheberrechtsdebatten. Aber Kopien können auch selber wieder eigene Originale sein. Die Thematik ist also vielfältig. Eine Ausstellung in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe beleuchtet sie von den unterschiedlichsten Seiten.
Im Zeitalter von „Copy & Paste“, aberkannten Doktorentiteln und weitreichenden Skandalen um irrige Expertisen von vermeintlich echten Kunstwerken ist die Frage nach dem Stellenwert von Original und Fälschung durchaus eine brennende. Doch gerade in der Kunst hat das Nachahmen eine weitreichende Tradition. [...mehr]
Seit 1998 wird Berlin alle zwei Jahre zum internationalen Forum für zeitgenössische Kunst. Die Locations, Kuratoren und Künstler wechseln, doch das Grundprinzip bleibt sich treu. Die Berlin Biennale will einen Blick auf künstlerische Entwicklungen werfen und bislang Unbekanntem eine Chance auf breitere Wahrnehmung geben.
Obwohl noch nicht einmal eröffnet, sorgt die diesjährige Ausgabe der Berlin Biennale für Kontroversen. Am 12. Januar hatte der tschechische Künstler Martin Zet eine Sammelaktion ins Leben gerufen, bei der Besitzer des vieldiskutierten Buches „Deutschland schafft sich ab“ von Thilo Sarrazin ihre Ausgabe für eine spätere Installation zur Verfügung stellen konnten. Praktisch umgehend fanden sich Gegner des Projektes. [...mehr]
Wer an Bekleidung im NS-Regime denkt, wird in erster Linie die Uniformen von SA und SS vor Augen haben. Doch die Frage, inwiefern auch reguläre Alltagsmode vom nationalsozialistischen System beeinflusst war, ist bislang eher nur am Rande erforscht worden. Eine umfangreiche Ausstellung im LVR-Industriemuseum Ratingen will hier einen wichtigen Beitrag leisten.
Ausstatter von Filmen, die im Dritten Reich spielen, haben möglicherweise den besten Einblick in die typische Alltagskleidung dieser Zeit, denn ihre Aufgabe ist es unter anderem, den „Look“ der Zeit möglichst genau nachzubilden. Doch was sind die Gründe für bestimmte Modeerscheinungen in der NS-Herrschaft? Hatte das Regime auch hier ganz gezielt Einfluss genommen? [...mehr]
In den 80ern brachte der Name Dieter Meier vor allem eine Konnotation hervor: Yello. Das Elektropop-Duo schaffte es mit einer Reihe von Titeln in die internationalen Charts und sorgte nicht zuletzt mit seinen experimentellen Videos für Aufmerken. Das sonstige künstlerische Werk Meiers ist einer breiten Öffentlichkeit hingegen eher unbekannt. Eine Ausstellung im ZKM betrachtet beide Schaffensbereiche.
So ganz greifen lässt sich Dieter Meier nicht. Anfang der 70er Jahre begann der Schweizer, mit absurd anmutenden Kunstaktionen auf sich aufmerksam zu machen. Gerne begibt er sich dabei auf öffentliche Plätze und baut vorbeigehende Passanten in seine Performance ein. So verschenkte er etwa in New York 1-Dollar-Scheine und stellte dazu eine Quittung aus. Und im Kunstmuseum Luzern stempelten Besucher die Zeit, die sie in einem leeren Raum verbracht hatten, an einer Stechuhr ab. [...mehr]
Es genügt, die Zeitung aufzuschlagen oder die Nachrichten einzuschalten, um mit Bildern des Tötens konfrontiert zu werden. Egal ob in kriegerischer Auseinandersetzung, als Mittel des Terrors, in Form von Amokläufen oder im Rahmen zwischenmenschlicher Beziehungen – das Töten ist in der medialen Gesellschaft allgegenwärtig. Ein Ausstellung im Kunstpalais Erlangen widmet sich dem Phänomen.
Keine Frage, Titel und Thema sind ebenso provokant wie unangenehm. Doch angesichts eines weitestgehenden Ausbleibens von öffentlicher Auseinandersetzung mit medialen Darstellungen des Tötens, ist die Kollektivausstellung im Kunstpalais Erlangen eine wichtige Angelegenheit. 11 Künstler bzw. Künstlerpaare zeigen dabei ganz unterschiedliche Herangehensweisen. [...mehr]
Wer Burroughs sagt, denkt zugleich auch „Naked Lunch“, denn der als Roman getarnte Drogentrip ist nicht zuletzt durch die Verfilmung von David Cronenberg das bekannteste Werk des Autors. Dass dieser zugleich aber auch ein einflussreicher Medienkünstler war, ist einem breiteren Publikum eher unbekannt. Eine Ausstellung in Karlsruhe will hier Abhilfe schaffen.
Unter dem etwas sperrigen Titel „the name is BURROUGHS − Expanded Media“ zeigt das ZKM Museum für Neue Kunst bis zum 12. August auf etwa 2500 Quadratmetern multimediale Arbeiten von William S. Burroughs. Erklärtes Ziel der Ausstellung ist es unter anderem, den Einfluss des Schriftstellers auf ein breites Spektrum an Kunstschaffenden erkennbar zu machen. [...mehr]