Drei Künstler, ein Thema: Schon über 50.000 Besucher konnte diese Ausstellung im ersten Monat für sich verbuchen, und es ist kaum anzunehmen, dass sich das Interesse bis zum 15. Juli merklich verringern wird. Zu bekannt sind dafür die Künstler, zu vielversprechend ist der Gegenstand.
Gemeinschaftsausstellungen bedeutender Vertreter der Kunstgeschichte haben es oft nicht leicht, einen sinnvollen roten Faden zu finden. Für eine aktuelle Schau von Basquiat, Clemente und Warhol hat die Bonner Bundeskunsthalle jedenfalls vorsichtshalber einmal letzteren zum Headliner einer eigenen Werbeplakatserie erklärt. Wenn das Thema stimmt, sind solche taktischen Scharmützel aber eher unnötig. [...mehr]
Kaum zu glauben, dass der bedeutendste Vertreter des späten Manierismus und erklärtes Vorbild vieler Künstler der frühen Moderne jetzt erstmals in Deutschland Thema einer großen Ausstellung ist. Im Düsseldorfer Kunstpalast werden bis zum 12. August exklusiv aber nicht nur Werke von El Greco selber gezeigt, sondern auch solche derer, die er beeinflusste.
Obwohl der eigentlich unter dem Namen Domenikos Theotokópoulos 1541 in Kreta geborene Maler 1910 schon fast 300 Jahre verstorben war, fand sein Werk in Deutschland erst durch das Tagebuch „Spanische Reise“ des Kunsthistorikers Julius Meier-Graefe ein breiteres Publikum. Zwei Jahre später waren erstmals zehn Werke El Grecos in der Kunsthalle Düsseldorf zu sehen. Die jetzige Ausstellung ist also auch eine Art Jubiläumsfeier. [...mehr]
In der Kunstgeschichte hat das Kopieren von Originalen einen ständig wechselnden Stellenwert erfahren. Heute ist sie vor allem Gegenstand von Urheberrechtsdebatten. Aber Kopien können auch selber wieder eigene Originale sein. Die Thematik ist also vielfältig. Eine Ausstellung in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe beleuchtet sie von den unterschiedlichsten Seiten.
Im Zeitalter von „Copy & Paste“, aberkannten Doktorentiteln und weitreichenden Skandalen um irrige Expertisen von vermeintlich echten Kunstwerken ist die Frage nach dem Stellenwert von Original und Fälschung durchaus eine brennende. Doch gerade in der Kunst hat das Nachahmen eine weitreichende Tradition. [...mehr]
Seit 1998 wird Berlin alle zwei Jahre zum internationalen Forum für zeitgenössische Kunst. Die Locations, Kuratoren und Künstler wechseln, doch das Grundprinzip bleibt sich treu. Die Berlin Biennale will einen Blick auf künstlerische Entwicklungen werfen und bislang Unbekanntem eine Chance auf breitere Wahrnehmung geben.
Obwohl noch nicht einmal eröffnet, sorgt die diesjährige Ausgabe der Berlin Biennale für Kontroversen. Am 12. Januar hatte der tschechische Künstler Martin Zet eine Sammelaktion ins Leben gerufen, bei der Besitzer des vieldiskutierten Buches „Deutschland schafft sich ab“ von Thilo Sarrazin ihre Ausgabe für eine spätere Installation zur Verfügung stellen konnten. Praktisch umgehend fanden sich Gegner des Projektes. [...mehr]
In den 80ern brachte der Name Dieter Meier vor allem eine Konnotation hervor: Yello. Das Elektropop-Duo schaffte es mit einer Reihe von Titeln in die internationalen Charts und sorgte nicht zuletzt mit seinen experimentellen Videos für Aufmerken. Das sonstige künstlerische Werk Meiers ist einer breiten Öffentlichkeit hingegen eher unbekannt. Eine Ausstellung im ZKM betrachtet beide Schaffensbereiche.
So ganz greifen lässt sich Dieter Meier nicht. Anfang der 70er Jahre begann der Schweizer, mit absurd anmutenden Kunstaktionen auf sich aufmerksam zu machen. Gerne begibt er sich dabei auf öffentliche Plätze und baut vorbeigehende Passanten in seine Performance ein. So verschenkte er etwa in New York 1-Dollar-Scheine und stellte dazu eine Quittung aus. Und im Kunstmuseum Luzern stempelten Besucher die Zeit, die sie in einem leeren Raum verbracht hatten, an einer Stechuhr ab. [...mehr]
Es genügt, die Zeitung aufzuschlagen oder die Nachrichten einzuschalten, um mit Bildern des Tötens konfrontiert zu werden. Egal ob in kriegerischer Auseinandersetzung, als Mittel des Terrors, in Form von Amokläufen oder im Rahmen zwischenmenschlicher Beziehungen – das Töten ist in der medialen Gesellschaft allgegenwärtig. Ein Ausstellung im Kunstpalais Erlangen widmet sich dem Phänomen.
Keine Frage, Titel und Thema sind ebenso provokant wie unangenehm. Doch angesichts eines weitestgehenden Ausbleibens von öffentlicher Auseinandersetzung mit medialen Darstellungen des Tötens, ist die Kollektivausstellung im Kunstpalais Erlangen eine wichtige Angelegenheit. 11 Künstler bzw. Künstlerpaare zeigen dabei ganz unterschiedliche Herangehensweisen. [...mehr]
Wer Burroughs sagt, denkt zugleich auch „Naked Lunch“, denn der als Roman getarnte Drogentrip ist nicht zuletzt durch die Verfilmung von David Cronenberg das bekannteste Werk des Autors. Dass dieser zugleich aber auch ein einflussreicher Medienkünstler war, ist einem breiteren Publikum eher unbekannt. Eine Ausstellung in Karlsruhe will hier Abhilfe schaffen.
Unter dem etwas sperrigen Titel „the name is BURROUGHS − Expanded Media“ zeigt das ZKM Museum für Neue Kunst bis zum 12. August auf etwa 2500 Quadratmetern multimediale Arbeiten von William S. Burroughs. Erklärtes Ziel der Ausstellung ist es unter anderem, den Einfluss des Schriftstellers auf ein breites Spektrum an Kunstschaffenden erkennbar zu machen. [...mehr]
Beim Gedanken an Los Angeles ist eine ausgedehnte Kunstszene nicht unbedingt das erste, was einem einfällt. Ganz im Gegenteil, die Westküste der USA wird in diese Hinsicht eher als Diaspora begriffen, wohingegen New York als echter Platzhirsch gilt. Im vergangenen Jahr belegte eine umfangreiche Ausstellung, wie irrig diese Ansicht ist. Teile kommen jetzt nach Deutschland.
Bis zum 10. Juni gibt es im Berliner Martin-Gropius-Bau unter dem Titel „Pacific Standard Time. Kunst in Los Angeles 1950-1980“ europaweit exklusiv zwei der Kernausstellungen der umfangreichen Schau gleichen Namens zu sehen, die im vergangenen Jahr in der amerikanischen Kunstszene für einiges Aufmerken sorgten. [...mehr]
Für sein Lebenswerk erhält der 1932 geborene US-Künstler Ellsworth Kelly dieses Jahr den renommierten Alexej-von-Jawlensky-Preis verliehen. Für das Museum Wiesbaden Grund genug, ihm eine umfangreiche Retrospektive zu widmen. Das Besondere dabei: Die in enger Zusammenarbeit mit dem Haus der Kunst München entstandene Ausstellung konzentriert sich ganz auf Kellys Arbeiten in schwarz-weiß.
Auf dem Gebiet der Farbfeld-Malerei gibt es wenige zeitgenössische Künstler von vergleichbarem Rang. Form, Farbe und Raum stehen in Ellsworth Kellys zumeist großformatigen, aus mehreren Tafeln bestehenden Gemälden oftmals in ganz eigenem Verhältnis zueinander. Etwa ein Drittel seiner Arbeiten sind dabei in schwarz-weiß gehalten. [...mehr]
Wer jemals einem der Hauptwerke von Louise Bourgeois gegenüber gestanden hat, wird sich vermutlich wie in einem Science-Fiction-Film der 60er Jahre gefühlt haben. Denn ihre Spinnenfiguren aus Bronze sind immerhin ganze neun Meter hoch. Eine davon ist derzeit auf dem Außenplateau der Kunsthalle Hamburg zu sehen.
Unter dem Titel „Passage dangereux“ lassen sich noch bis zum 17. Juni Einblicke in das Schaffen einer der bedeutendsten Künstlerinnen des vergangenen Jahrhunderts gewinnen. Dabei wurde Louise Bourgeois international erst relativ spät wahrgenommen. Nicht vor 1989 etwa schafften es ihre Arbeiten auch nach Europa – und da hatte ihr das Musem of Modern Art bereits eine Retrospektive gewidmet. [...mehr]