Als einer der bedeutendsten deutschen Künstler der Gegenwart hat der Oldenburger Thomas Schütte schon „Ferienhäuser für Terroristen“ gebaut – und das selbstverständlich nicht ernst gemeint. Eine Ausstellung der Bundeskunsthalle Bonn widmet sich jetzt bis zum 1. November unter dem Titel „Big Buildings – Modelle und Ansichten“ seinen vielgestaltigen Werken zwischen Skulptur, Architektur, Aquarell und Radierung.
2005 gewann Thomas Schütte den Goldenen Löwen der Biennale von Venedig als bester Einzelkünstler. Dreimal war er an der documenta in Kassel beteiligt, wurde gerade aktuell zum Preisträger des Düsseldorfer Kunstpreises 2010 und kann auch sonst auf jede Menge Anerkennung in der Szene zurückblicken. Einem breiten Publikum ist er allerdings weniger bekannt. Daran wird vermutlich auch die aktuelle Ausstellung in der Bundeskunsthalle wenig ändern. [...mehr]
Nach zweijähriger Renovierungsphase wurde eine der wichtigsten hiesigen Kunstsammlungen mit Werken des 20. Jahrhunderts am 10. Juli jetzt wiedereröffnet. Um dem Publikum Gelegenheit zu geben, die sanierten Bereiche, sowie die beiden neuen Hallen ausgiebig zu besichtigen, ist der Eintritt in das K20 sowie ins benachbarte Ständehaus K21 bis zum 25. Juli kostenlos.
Gerade einmal 50 Jahre alt, versammelt die Kunstsammlung Nordrhein Westfalen einige der größten Meisterwerke des 20. Jahrhunderts. Dabei ist der Umfang vergleichsweise überschaubar. Die Qualität siegt eben über die bloße Menge, und so finden sich im Bestand viele bedeutende Namen der bildenden Kunst aus den letzten 100 Jahren wie Klee, Pollock, Magritte, Max Ernst und Beuys. [...mehr]
Als prominenteste Vertreter der Pop-Art neben Andy Warhol hat Roy Lichtenstein einen festen Platz im ästhetischen Bewusstsein des 20. Jahrhunderts eingenommen. Wer ihn allerdings bisher auf seine berühmte Rasterpunkttechnik reduziert hat, bekommt in einer aktuellen Ausstellung des Kölner Museums Ludwig jetzt die Gelegenheit, seinen Horizont zu erweitern.
Comicbilder aus Punkten, Farbflächen und Sprechblasen – damit identifiziert man die Kunst Roy Lichtensteins am ehesten, wenn nicht gar ausschließlich. Kenner des Meisters wissen es zwar besser, aber selbst sie könnten in der Kölner Ausstellung „Kunst als Motiv“ so manches Werk entdecken, das ihnen bisher nicht untergekommen ist. [...mehr]
Musikalisch ist der Mann, der früher unter anderem damit Aufsehen erregte, dass er auf der Bühne Bibeln in Stücke riss, mittlerweile eher belanglos geworden. Weil Marilyn Manson aber vor allem ein genialer Selfpromoter ist, sucht er sich eben andere Tätigkeitsfelder, mit denen er die Aufmerksamkeit auf sich ziehen kann – z.B. als Aquarellmaler. Ab dem 30. Juni ermöglicht die Kunsthalle Wien einen Blick auf Mansons „Genealogies of Pain“.
Inzwischen ist selbst bei erzkonservativen Amerikanern die Nachricht angekommen, dass Brian Hugh Warner kein gefährlicher Bürgerschreck ist, dem man seine Kinder besser nicht anvertrauen sollte. Mit überraschend durchdachten Statements in Michael Moores Dokumentation „Bowling for Columbine“ hatte er einst so manchen Kritiker überrascht, und so weiß man heute, dass hinter der Maske des Antichristen eine sensible Künstlerseele steckt. Oder vielleicht ist auch das wieder nur ein Image. [...mehr]
Überdimensionale Plastiken von Hundewelpen, aufblasbare Riesenhasen und kitschige Inszenierungen von Porno-Sternchen – so in etwa kennt man den US-Künstler Jeff Koons. Nicht gerade tiefgründig kommen seine Werke daher, und so ist er dem Produktdesign manchmal näher als der Hochkunst. Passenderweise fiel die Wahl für die Gestaltung des BMW Art Cars dieses Jahr auf ihn.
Die Tradition des Künstlerautos aus den bayerischen Werkshallen von BMW geht zurück ins Jahr 1976. Der amerikanische Rennfahrer Sam Posey schlug damals dem Künstler Frank Stella vor, dessen typischen gitternetzartigen Muster zum Prinzip eines Autodesigns zu machen. Das Konzept des Art Cars war geboren und brachte über die Jahre eine Reihe illustrer Namen ins Spiel. [...mehr]
Die ursprünglich aus Schweden stammende Vodkamarke „Absolut“ ist von jeher für ihre ungewöhnlichen Werbekampagnen mit Sammlerwert bekannt. Immer wieder entwerfen etablierte Künstler Plakatserien, produzieren Clips oder Kurzfilme. Aktuelles Beispiel sind Arbeiten der deutschen Fotografin Ellen von Unwerth.
Von Absolut lässt man sich als Künstler gerne vor den Karren spannen. Denn die Schweden (heute eigentlich Franzosen, da von Pernod Ricard aufgekauft) sind bekannt dafür, dass sie eine Menge Freiheiten einräumen. So konnte Filmemacher und Videoclip-Regisseur Spike Jonze schon einmal einen halbstündigen Kurzfilm drehen, bei dem man sich alle Mühe geben muss, um den Sponsor überhaupt zu entdecken. Ähnlich erging es der Frankfurterin Ellen von Unwerth. [...mehr]
Gleich zwei Ausstellungen zum Thema Videokunst zeigt das Museum Folkwang in Essen bis zum 1. August. Zum einen gibt es Exponate der hauseigenen Sammlung zu sehen, zum anderen wird ein Einblick in das Schaffen des Künstlers Wolf Kahlen unter dem Titel „Video Tapes 1969-2010“ eröffnet.
Ein bisschen arg lyrisch kommt diese Ausstellung daher, wenn sie sich unter der Überschrift „Das im Entschwinden Erfasste“ präsentiert. Und doch trifft sie damit den Kern des Mediums, auf das sie sich konzentriert. Denn Videokunst hält nun einmal momentane Eindrücke fest, ohne den Fortlauf der Zeit damit anzuhalten (etwa im Gegensatz zur Fotografie). Was allgemein eher unbekannt ist: Das Museum Folkwang gehörte in den 70er Jahren selber zu den Pionieren des Mediums. [...mehr]
Kunst zu schaffen gleicht dem Lauf durch einen Hindernisparcours. So jedenfalls muss man wohl Matthew Barneys mittlerweile 16-teiligen Werkzyklus „Drawing Restraint“ verstehen, in dem die Malerei unter erheblich erschwerten Bedingungen steht. Im Schaulager Basel ist das Archiv des Zyklus nun erstmals vollständig zu sehen. Die Ausstellung dauert noch bis zum 3. Oktober.
Wer einmal Football gespielt hat, weiß um die vielfältigen Widerstände, die einen daran hindern, einfach frei und ungezwungen voran zu kommen. Matthew Barney hat diese Erfahrung lange genug gemacht, um sie in seinem (nach dem „Cremaster Cycle“) zweitbekanntesten Werkzyklus federführend zu thematisieren. „Drawing Restraint“ ist eher dazu da, Kunst zu verhindern, als sie zu fördern – doch gerade dadurch wird sie auch erst möglich. [...mehr]
In den Sandwelten 2010 in Stuttgart können nun alle Fans imposanter Kunstwerke Sandskulpturen internationaler Künstler bewundern. Das Thema des Sandskulpturen – Festival 2010 ist die Mobilität der Zukunf. Also ran an die Sandförmchen und ab in den Höhenpark Killesberg in Stuttgart!
Wer nun bei Sandskulpturen an die eigenen Burgen im Urlaub denkt hat weit gefehlt. Sandskulpturen herzustellen ist eine Kunstfür sich. Im Fachjargon werden die Künstler als sogenannte Carver und die Technik als sandeln bezeichnet. Vom 9. Mai 2010 bis zum 30. September 2010 können Besucher Sandskulpturen bekannter Carver bewundern. Die Sandwelten 2010 finden im Höhenpark Killesberg in Stuttgart statt und sind für einen Wochenendausflug wärmstens zu empfehlen. [...mehr]
Mit dem Siegeszug des digitalen Films geht nicht nur die Ära des Zelluloids zuende, sondern auch eine ganze Kunstgattung: Der sogenannte „direct film“ entsteht nämlich in erster Linie durch physische Manipulation des Rohmaterials. Die Schirn Kunsthalle Frankfurt widmet der ungewöhnlichen Ausdrucksform vom 2. Juni bis 29. August eine eigene Ausstellung.
Auch wenn er nicht wirklich zu den führenden Vertretern des kameralosen Films zählt, ist der surrealistische Fotograf Man Ray doch wahrscheinlich der populärste Name, der in diesem Umfeld experimentiert hat. 1923 erzeugte er einige Sequenzen seines 3-minütigen „Retour à la Raison“ durch Belichtung von Gegenständen auf Fotoplatten – eine Technik, die unter dem Namen „Rayogramm“ bekannt wurde. in der Frankfurter Ausstellung „Zelluloid. Film ohne Kamera“ ist Man Ray allerdings nicht vertreten. [...mehr]