» Literatur

Autor: Thomas

Dass der Mensch des Menschen Wolf ist, wusste schon der römische Dichter Plautus. Was das im Einzelnen heißt, kann man derzeit kaum irgendwo so drastisch nachlesen wie bei Jack Ketchum. Die Spirale der Gewalt beginnt bei ihm nicht selten mit vermeidbaren Machtfantasien. Am Schluss bleibt wenig Gutes übrig. Im Dezember erscheint in Deutschland sein aktueller Roman „Beuterausch“.

Jack Ketchum: Beuterausch, Beutegier, Beutezeit

Neben Stephen King und Clive Barker gehört der ehemalige Holzverkäufer, der unter dem Pseudonym Jack Ketchum schreibt, zu den meistverkauften Horror-Autoren der Gegenwart. Doch Monster und Übersinnliches gibt es bei ihm nicht. Das Grauen, das der Mensch anrichtet, reicht ihm vollkommen. In seinem neuesten Roman sieht das nicht anders aus.    [...mehr]


Autor: Thomas

Der portugiesische Nobelpreisträger José Saramago legte sich immer gerne mit allem und jedem an. 2009 scheute er sich nicht, den italienischen Ministerpräsidenten öffentlich als „Verbrecher“ zu beschimpfen. Zu seinen Lieblingsfeinden gehörte aber auch immer die Amtskirche, die eines seiner Bücher offiziell als Blasphemie abstempelte. Am 16. August erscheint in Deutschland mit „Kain“ nun sein letztes Werk. Diesmal schrieb er gleich mal das Alte Testament um.

Saramago: Kain

Sein bekanntestes Buch ist bis heute „Die Stadt der Blinden“, dessen Popularität nicht zuletzt durch die Verfilmung von Fernando Meirelles noch einmal einen willkommenen Anschub erhielt. Die wenig optimistische Zukunftsvision ließ wenig Zweifel daran, dass José Saramago der menschlichen Moral keine Chance gibt, sobald die Systeme kollabieren. Sein letztes Werk sieht das nicht wesentlich anders.    [...mehr]


Autor: Thomas

Ein Bestseller-Autor wie Stephen King braucht sich weder um Verkaufszahlen noch Verfilmungsrechte Sorgen zu machen. Beides ist in aller Regel schon vor der offiziellen Veröffentlichung eines neuen Buches in trockenen Tüchern. So kann es kaum wundern, dass sein neuer Roman zwar erst am 8. November erscheint, jetzt aber schon an der Kinofassung gearbeitet wird.

Stephen King bräuchte nie mehr in die Tasten zu hauen, sich keine Geschichten mehr auszudenken oder gar die Werbetrommel zu rühren. Er macht es aber trotzdem, auch wenn er schon vor Jahren seinen Rückzug angekündigt hat. King schreibt einfach weiter, und das mit ungebremstem Erfolg. Sein letzter Roman, „Die Arena“ verkaufte sich wie geschnittenes Brot. Nicht anders wird es in Kürze seinem nächsten voluminösen Werk mit dem seltsamen Titel „11/22/63“ ergehen.    [...mehr]


Autor: Thomas

Ganz selten einmal passiert es, dass es ein Comic nicht nur ins Feuilleton schafft, sondern dort auch noch hymnisch gefeiert wird – erst recht nicht in Deutschland. Umso mehr muss einem die ausgiebige Berichterstattung auffallen, die „Asterios Polyp“ derzeit gerade erfährt. Der angeschlagene Eichborn-Verlag kann die Aufmerksamkeit gut gebrauchen.

Asterios Polyp

Mit dem Namen David Mazzucchelli konnten bislang wohl nur Insider etwas anfangen. Jetzt allerdings steht er plötzlich auf einer Ebene mit den ganz Großen der amerikanischen Gegenwartsliteratur. In der Comic-Szene ist er vor allem durch seine Illustrationen von Frank Millers „Batman“-Varianten bekannt.    [...mehr]


Autor: Hendrik

Sieben Bestseller aus der Feder von Joanne K. Rowling und Kinohits später, nimmt der inzwischen erwachsen gewordene Zauberlehrling Daniel Radcliffe mit dem letzten Teil „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes II“ Abschied von seinen Freunden Ron und Hermine sowie seinen treuen Fans und zieht den finalen Schlussstrich unter die größte Erfolgsgeschichte der modernen Literatur.

Harry Potter ist Kult und Manie, eine Goldgrube und ein unvergessliches Abenteuer. Die Autorin Joanna K. Rowling hat ihre Fantasie unsterblich gemacht. Niemand kann erklären, mit welchem Spruch Harry Potter uns alle verzaubert hat, aber kaum einer konnte seinem Charme und seiner fernen Welt widerstehen. Wenn der Zauberstab zum Zepter wird, fließen Millionen in den Zauberhut und heraus kommt… vorerst wohl nichts mehr. Schluss. Aus. Und vorbei. Bye Bye Harry Potter.    [...mehr]


Autor: Hendrik

Pottermore.com soll es ab Oktober erlauben, einer einzigartige Internet-Community rund um die Geschichte von Harry Potter, Hermine und Ron beizutreten. Eine literarische Fortsetzung von Rowling selbst ist nach dem siebten Teil des Werks nicht geplant, doch so soll es Potter-Fans jeglichen Alters und überall auf der Welt möglich sein, die Geschichte virtuell weiterzuführen.

Die Plattform „Pottermore“ ist ein weiterer Weg, die Welt rund um Harry Potter zu verkaufen. Laut Forbes-Liste gehört Rowling nach dem Erfolg von „Harry Potter“ zu den wohlhabendsten Frauen der britischen Insel und hat mit ihrem Reichtum mittlerweile die Queen selbst überholt. Über 500 Millionen Exemplare der siebenteiligen Fantasy-Reihe wurden weltweit verkauft und das Werk wurde in 67 Sprachen übersetzt. Ein literarischer Erfolg, der seines Gleichen sucht. „Harry Potter und der Stein der Weisen“ ist das am häufigsten hergestellte Buch in den Vereinigten Staaten.    [...mehr]


Autor: Thomas

Die Fage, ob der Erfinder der „Blechtrommel“ heute noch irgendeine kulturelle-gesellschaftliche Relevanz hat, ist für manchen Grass-Gegner leicht zu verneinen. Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder sieht das völlig anders, und so sorgte er dafür, dass eine größere Spende die Einrichtung eines neuen Archivs ermöglichte. Gerade ist es eröffnet worden.

Vor einigen Jahren hatte sich Günter Grass selber als ehemaliges HJ-Mitglied geoutet und damit viele seiner Bewunderer entsetzt. Inzwischen haben sich die Wogen geglättet. Das neue Archiv im Günter-Grass-Haus Lübeck mag hier weitergehend zu beitragen. Auf 30 qm finden sich jetzt über 1100 Arbeiten des Literaturnobelpreisträgers, bereit, wissenschaftlich erforscht zu werden.    [...mehr]


Autor: Hendrik

Die Biene Maja ist seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts eine der bekanntesten Figuren der deutschen Literatur. Dank der ab 1975 produzierten Zeichentrickserie ist sie mittlerweile berühmter als ihr geistiger Vater, der Schriftsteller Waldemar Bonsels. Doch jetzt rückt der Autor durch schwere Anschuldigungen wieder in den Fokus der Öffentlichkeit.

Die Biene Maja und ihr Schöpfer, Schriftsteller Waldemar Bonsels, geraten derzeit in eine Debatte, die schon früher zeitweilig aufflammte, nun aber ganz neue Ausmaße annimmt. Waldemar Bonsels soll ein Antisemit und Sympathisant des NS-Regimes gewesen sein, wie eine Gruppe Literaturwissenschaftler nach dreijähriger Forschung und Sichtung diverser Dokumente nun wieder einmal bekanntgab.    [...mehr]


Autor: Thomas

Übereifer ist vor allem im Rahmen sogenannter Political Correctness nicht immer sinnvoll. Die Grenze des Absurden streift gerade eine Diskussion um eine Formulierung in Astrid Lindgrens beliebten Kindergeschichten. Dass Pippi Langstrumpf ihren Vater „Negerkönig“ nennt, stößt im Bonner Integrationsrat auf Widerstand.

Gerade erst sorgte eine Diskussion in den USA hierzulande für Kopfschütteln. Ein Literaturprofessor hatte beschlossen, in einer von ihm besorgten Ausgabe der „Abenteuer von Tom Sawyer“ den „Nigger Jim“ in den „Sklaven Jim“ zu verwandeln. Jetzt macht eine ähnliche Diskussion auch in Deutschland die Runde. Anstelle von Mark Twain geht es allerdings um Astrid Lindgren.    [...mehr]


Autor: Thomas

Wenn man es allen recht machen will, verliert man ganz schnell jegliches Profil. Ähnlich soll es in Kürze auch Mark Twain ergehen. Der Literaturprofessor Alan Gribben hat jetzt mit der Ankündigung für Aufsehen gesorgt, in einer von ihm besorgten Ausgabe zweier Bücher des Autors auf Political Correctness zu setzen.

Ganz schön absurd muss einem das erscheinen, was der Mann von der Auburn University da vorhat: Eine kommende Doppelausgabe von Mark Twains „Tom Sawyer“ und „Huckleberry Finn“ soll aus dem „Nigger Jim“ den „Sklaven Jim“ machen, und aus der „Rothaut“ einen „Indianer“. Auf den ersten Blick mag man an einen schlechten Scherz glauben, doch Alan Gribben meint das völlig ernst.    [...mehr]


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