Kaum zu glauben, dass sich bislang weltweit nicht eine einzige Ausstellung mit einem der großen Pioniere des Zeichentrickfilms beschäftigt hat. Diese Lücke schließt jetzt das Museum Burg Wissem unter dem Titel „Winsor McCay: Comics, Filme, Träume“. Zu sehen gibt es Originalzeichnungen und Kurzfilme.
Kein Geringerer als Walt Disney zählte Winsor McCay zu seinen großen Vorbildern, und das hat seinen guten Grund. Ohne den 1869 geborenen Cartoonisten wäre die Geschichte des Zeichentrickfilms, aber auch des Comics vermutlich anders verlaufen. Bis heute gilt sein Klassiker „Gertie the Dinosaur“ als Urform des Animationskinos. [...mehr]
Die sogenannten Nanas gehören sicherlich zu ihren bekanntesten Arbeiten, denn die großformatigen bunten Frauenskulpturen werden in der öffentlichen Wahrnehmung am ehesten mit Niki de Saint Phalle verbunden. Wie viel reicher ihr Schaffen darüber hinaus jedoch war, zeigt jetzt eine Ausstellung im Max Ernst Museum.
Ein Nervenzusammenbruch, den sie mit gerade einmal 23 Jahren erlitt, und die darauf folgende Therapie waren die eigentlichen Auslöser für Niki de Saint Phalles Wende zur Kunst. Anfangs orientierte sie sich noch an der naiven Malerei, später entwickelte sie ganz eigene Ausdrucksformen und Stile. [...mehr]
Einer der populärsten Künstler des 20. Jahrhunderts ist vor allem dadurch bekannt geworden, dass er Popularität selber zum Thema gemacht hat. Eine Ausstellung in Frankfurt zeigt vom 11. Februar bis 13. Mai erstmals alle Arbeiten von Andy Warhol, in deren Zentrum die modernen Massenmedien stehen.
„Daily News“ ist nicht nur der Name einer New Yorker Tageszeitung, sondern auch eines von Warhols Hauptwerken. Seit 1981 befindet sich das Bild im Besitz des MMK Frankfurt und bildet nun den Ausgangspunkt der Ausstellung „Warhol: Headlines“, die zeitversetzt auch in Washington, Rom und Pittsburgh zu sehen ist. [...mehr]
Gerade einmal zehn Jahre umfasst das künstlerische Schaffen von Michel Majerus. 2002 kam er im Alter von nur 35 Jahren bei einem Flugzeugunglück ums Leben. Als umfangreich und vielschichtig präsentiert jetzt eine Ausstellung des Kunstmuseums Stuttgart sein Werk mit über 100 Gemälden und Installationen.
Sampling ist Kunst, zumindest wenn man die Arbeiten von Michel Majerus betrachtet. Denn dort wird zitiert, was das Zeug hält – von PopArt und Minimal Art über Werbung, Comics, Computerspiele und Alltagskultur ist alles vorhanden und besteht unhierarchisch nebeneinander. [...mehr]
„Objects. Food. Rooms“ heißt die Schau von Thomas Rentmeister, die bis zum 5. Februar 2012 in Bonn zu sehen ist. Wer sie besucht, wird einer Reihe von Werkstoffen begegnen, die er eigentlich eher aus anderen Zusammenhängen kennt. Denn mit Nutella oder Penaten-Creme zu arbeiten, ist für den Künstler nichts Ungewöhnliches.
Die beliebte Ketzerfrage „Ist das Kunst oder kann das weg?“ mag so manchem einfallen, wenn er durch die aktuelle Bonner Rentmeister-Ausstellung schlendert. Vor allem ein weißer Berg aus gepresster Unterwäsche und alten Kühlschränken könnte die Frage aufkommen lassen, ob hier nicht einmal dringend wieder Sperrmüll abgeholt werden müsste. [...mehr]
Dass sich Kunst mit dem passende Image leichter verkaufen lässt, scheint heute eine Binsenweisheit zu sein. Doch nicht immer war die kalkulierte Selbstinszenierung immanenter Teil des Kunstbetriebs. Picasso gehörte zu den ersten, die begriffen hatten, wie viel sich in dieser Hinsicht mit der fotografischen Abbildung des eigenen Konterfeis erreichen lässt. Eine Ausstellung in Köln legt hiervonderzeit Zeugnis ab.
Unter dem bezeichnenden Titel „ichundichundich“ zeigt das Kölner Museum Ludwig noch bis zum 15. Januar 2012 eine Auswahl von 250 Fotografien Pablo Picassos. Doch der Künstler selber ist nur das Motiv und nicht auch der Urheber. Nichtsdestotrotz haben die meisten Aufnahmen über den Umweg des Fotografen die Funktion genau kalkulierter Selbstdarstellung. [...mehr]
Bis zu eintausend Jahre alte Holzfiguren lassen sich derzeit in der Kunst- und Ausstellungshalle Bonn bestaunen. Sie sind Exponate einer vom Musée du quai Branly konzipierten und dort auch erstmalig gezeigten Ausstellung über die Kunst der Dogon, eines Naturvolkes im heutigen Mali.
1989 erklärte die UNESCO das Felsplateau von Bandiagara und die Traditionen der dort lebenden Dogon zum Weltkulturerbe. Lange Zeit hatten die Menschen dort nahezu isoliert und frei von fremden Einflüssen gelebt. Heute jedoch ist die traditionelle Dogon-Kultur nahezu verschwunden. Alte Glaubensvorstellungen wurden vor allem in der jüngeren Generation durch Islam und Christentum ersetzt. [...mehr]
Der Tod ist allgegenwärtig, erst recht in der Kunst. Von jeher ist die Sterblichkeit ein Thema künstlerischer Darstellung und im Rahmen der christlichen Auferstehungslehre ohnehin ein Standard-Topos. Wie der Sensenmann in der Gegenwart seinen kulturellen Ausdruck findet, welche Formen er annimmt, und wie er sich gerade in den westlichen Industrienationen im Bewusstsein hält, zeigt bis zum 14. Februar eine Ausstellung in Wuppertal.
Unter dem arg prätentiös geschriebenen Titel „DEAD_Lines – Der Tod in Kunst – Medien – Alltag“ widmet sich die Van-der-Heydt-Kunsthalle Wuppertal-Barmen der Frage, mit welchen Kommunikationsstrategien heute über Tod und Sterblichkeit gesprochen wird. Die These dahinter: Die moderne globale Gesellschaft hat längst neue Rituale entwickelt, mit der eigenen Endlichkeit umzugehen. [...mehr]
Wer die alptraumhaften Kreaturen aus der Feder von Alfred Kubin zum ersten Mal sieht, wird vielleicht an H. P. Lovecraft oder H. R. Giger denken und liegt dabei nicht falsch. Denn auch der österreichische Grafiker und Schriftsteller war sein Leben lang ein Chronist des Fantastischen. Eine Kölner Ausstellung zeigt aktuell eine Auswahl seiner Arbeiten.
130 Werke aus allen Schaffensphasen des Künstlers gibt es unter dem Titel „Nebenwelten“ bis zum 4. Dezember im Käthe Kollwitz Museum zu sehen. Zentral sind dabei Zeichnungen aus dem Frühwerk zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Sie zeigen Kubins seltsam-unheimliche Mischwesen, androgyne Schreckensgestalten, die meistens in dunkler Umgebung auftauchen. [...mehr]
Das weltweit größte Museum für Kunst und Design befindet sich in London und blickt auf eine reiche Historie zurück. Artefakte aus über 3000 Jahren Menschheitsgeschichte lassen sich hier finden. Eine zwar kleinere, aber immer noch umfangreiche Auswahl von Exponaten des Victoria and Albert Museums ist ab dem 18. November in Bonn zu sehen.
1857 eröffnete Queen Victoria das South Kensington und spätere Victoria and Albert Museum als Reaktion auf den Erfolg der „Great Exhibition of All Nations“, die sechs Jahre zuvor in London stattgefunden hatte. Die britische Großmacht hatte sich auf dieser ersten Weltausstellung als fortschrittliche Industrienation darstellen wollen und war damit auf fruchtbaren Boden gestoßen. Die heute bekannte Form der musealen Präsentation hatte hier ihren Ausgangspunkt genommen. [...mehr]