Spätestens mit ihrer Bilderserie „The Innocents“ über unschuldig zum Tode Verurteilte wurde die New Yorker Fotokünstlerin Taryn Simon zu einer der wichtigsten Vertreterin ihrer Zunft. Mit der skandalösen Hinrichtung von Troy Davis bekommen gerade diese Arbeiten derzeit eine besondere Aktualität. Die Neue Nationalgalerie Berlin stellt derzeit ihr neuestes Projekt vor.
Unter dem langen und etwa sperrigen Titel „A living man declared dead and other chapters I – XVIII“ verbirgt sich eine ambitionierte Fotoserie, für die Taryn Simon in den Jahren von 2008 bis 2011 rund um den Globus gereist ist. In 18 Kapiteln werden Geschichten von Menschen erzählt, die auf ungewöhnliche und schicksalhafte Weise miteinander verbunden sind. [...mehr]
Mit George Grosz ist einer der bedeutendsten Vertreter der Berliner Dada-Bewegung ab dem 11. September Gegenstand einer umfangreichen Ausstellung des Brühler Max Ernst Museums. Schwerpunktmäßig werden dabei Aquarelle, Zeichnungen und Collagen aus dem Zeitraum von 1908 bis 1958 vorgestellt. Begleitend erscheint umfangreicher Katalog.
Beim Ausstellungstitel „Deutschland, ein Wintermärchen“ wird man in aller Regel zunächst an Heinrich Heine denken, und die Konnotation wurde wohl auch bewusst so gewählt. Tatsächlich aber ist zugleich auch ein verschollenes Hauptwerk bezeichnet, das George Grosz 1918 fertig stellte, und zu dem letztes Jahr eine Vorstudie in Aquarell aufgetaucht ist, die es im Max Ernst Museum jetzt erstmals zu sehen gibt. [...mehr]
Zum ersten Mal in Deutschland gibt es eine umfassende Retrospektive der belgischen Pop-Art-Künstlerin Evelyne Axell zu sehen. Bis zum 3. Oktober zeigt das Museum Abteiberg in Mönchengladbach rund 60 Werke aus dem Nachlass, darunter einige ihrer berühmten Plexiglas-Gemälde.
Eine Zeitlang war Evelyne Axell fast ausschließlich unter ihrem androgynen Nachnamen bekannt. Die 1972 verstorbene Künstlerin hatte sich davon erhofft, in der Kunstwelt nicht ihres Geschlechts wegen benachteiligt zu werden. Heute wäre Derartiges geradezu absurd. Umso mehr sind Axells Arbeiten oftmals Auseinandersetzungen mit Weiblichkeit und Sexualität. [...mehr]
Wenig Gutes hat es seit dem Ende seiner Gouverneurskarriere über Arnold Schwarzenegger zu lesen gegeben. Nichts davon allerdings findet Platz im gerade eröffneten ersten Museum, das sich ganz dem Leben und der Karriere von Amerikas bekanntesten Österreicher widmet. Zu sehen gibt es neben einer Reihe von Filmrequisiten auch einen Nachbau seines ersten Plumpsklos.
Da hat Peter Urdl seinem alten Grundschulfreund einen echten Bärendienst erwiesen. Endlich wieder gute Schlagzeilen für den Ex-Terminator, und das mit einem Museum in Schwarzeneggers Geburtshaus in Thal bei Graz. Urdl hatte jahrelang an der Eröffnung gearbeitet, am 30. Juli war es endlich so weit. Doch der Namensgeber selber war nicht vor Ort. [...mehr]
Richard Buckminster Fuller gilt als einer der visionärsten, aber auch umstrittensten Architekten des 20. Jahrhunderts. Seine ganzheitliche Sicht der Dinge ging vielen zu weit, schien naiv oder war schlicht ihrer Zeit weit voraus. Eine zweigeteilte Ausstellung in Herford zeigt noch bis zum 18. September, wie weit der Einfluss Fullers reicht, und welche Rolle er auch in der Kunst spielt.
Die „Biosphére“, das Wasser- und Umweltmuseum von Montreal, gehört zu den weltweit bekanntesten Arbeiten von Richard Buckminster Fuller. Entstanden als Pavillon der Vereinigten Staaten zur Expo 67, ist der Bau eine jener geodätischen Kuppeln, mit denen der 1895 geborene Architekt im Allgemeinen assoziiert wird. In der aktuellen Fuller-Ausstellung des Marta Herford gibt es deshalb auch selbstverständlich einige Modelle und Zeichnungen dieser bemerkenswerten Weiterentwicklung geometrischer Grundkörper zu sehen. [...mehr]
Ganze 12 Millionen Euro hat der Umbau des Deutschen Filmmuseums in Frankfurt gekostet. Ab dem 14. August kann man sich davon überzeugen, ob sich die Investition gelohnt hat. Größer und komfortabler soll es geworden sein, und die neue Dauerausstellung widmet sich „filmischem Sehen und Erzählen“.
40 Quadratmeter mehr Ausstellungsfläche hat das Deutsche Filmmuseum ab sofort. Doch die Vergrößerung von 770 auf 810 qm ist nicht die einzige Neuheit nach dem Umbau. Im dritten und vierten Stock befinden sich zwei neue Lounges, ein Filmstudio, ein Seminarraum, zwei Werkstatträume und insgesamt der museumspädagogische Bereich. Doch interessanter ist natürlich, was es demnächst inhaltlich zu sehen geben wird. [...mehr]
Zwischen Schwarzweiß- und Farbfotografie liegen für manchen Künstler immer noch ganze Welten. Die New Color Photography machte in den 70ern die Farbe zu ihrem zentralen Stilmittel. Einer ihrer wichtigsten Vertreter ist Joel Sternfeld. In Essen gibt es nun bis zum 23. Oktober die erste europäische Retrospektive des Amerikaners zu sehen.
Unter dem Titel „Joel Sternfeld: Farbfotografien seit 1970“ zeigt das Museum Folkwang rund 130 Arbeiten des Künstlers. Sie stammen aus insgesamt elf Projekten und umfassen einen Zeitraum von drei Jahrzehnten. Ein Schwerpunkt ist das bislang unveröffentlichte Frühwerk, zu dem auch ein begleitendes Buch erscheint. [...mehr]
In welcher Beziehung Kunst, Tanz, Bewegung und Choreographie seit den frühen 60er Jahren zueinander stehen, will ab dem 19. Juli eine Ausstellung in der Kunstsammlung NRW erkunden. Dabei gibt es unter anderem Installationen zu sehen, die auf eigene Weise mit den Besuchern in Dialog treten.
Bewegung im Alltag als treibende Kraft in der Entwicklung von Kunst und Tanz? Eine These, bei der man zunächst wohl eher stutzen mag. Die Ausstellung „Move“ in der Kunstsammlung NRW will hier Antworten geben und zum Beispiel zeigen, wie Vertreter der Bildenden Kunst in den 60er und 70er Jahren mithilfe von Choreographie versucht haben, die Erfahrung von Kunst auf den gesamten Körper auszuweiten. [...mehr]
Zwar mag man sich für den Titel der ersten Verfilmung eines Karl-May-Romans entschieden haben, doch die Ausstellung im Filmmuseum Düsseldorf dreht sich keineswegs ausschließlich um den beliebten Verfasser von Abenteuerromanen. Ziel ist es vielmehr, den „Mythos des amerikanischen Westens in Deutschland“ zu ergründen. Ein hoch gestecktes Ziel.
Die Besiedelung Amerikas und das Leben im sogenannten Wilden Westen waren in Film und Literatur lange Zeit vor allem Gegenstand heilloser Verklärung. Mit der Realität hatte das, was das amerikanische Kino über Siedler, Cowboys und Indianer jahrzehntelang proklamierte, wenig zu tun. Völlig märchenhaft kommen auch die Romane Karl Mays daher, und erst recht ihre Adaptionen könnten nicht wirklichkeitsferner sein. [...mehr]
Einem der bedeutendsten Architekten und Ingenieuren des 20. Jahrhunderts hat das Deutsche Museum München jetzt eine Ausstellung gewidmet. Der gebürtige Spanier Félix Candela gilt als Meister der Schalenbauweise und errichtete seine bahnbrechenden Bauwerke vor allem in Mexiko. Im vergangenen Jahr feierte die Fachwelt Candelas 100. Geburtstag.
Schalenbauwerke aus Stahlbeton gab es etwa ein halbes Jahrhundert lang bis in die späten 1960er Jahre. Danach wurden sie durch andere Materialien und wirtschaftlichere Bauweisen verdrängt. Umso mehr vermitteln die Arbeiten von Félix Candela heute einen nostalgischen, fast irrealen Eindruck, der eher an Science-Fiction denken lässt als an Nutzbau. [...mehr]