Fünf Jahre Stillschweigen sind für eine Band, die es eigentlich gar nicht gibt, kaum etwas Besonderes. Denn die „Gorillaz“ führen bekanntlich ein Leben als animierte Comic-Figuren und halten laut Guinness-Buch den Rekord als erfolgreichster virtueller Act. Gerade ist mit „Plastic Beach“ ihr drittes Album erschienen.
Dass hinter den kantigen Mitgliern der Gorillaz, die lediglich auf dem Papier existieren, „Blur“-Frontmann Damon Albarn steht, weiß man zwar, das ändert aber nichts daran, dass die Band ein konsequent virtuelles Projekt bleibt. Albarn hatte sich einst mit dem Comic-Zeichner Jamie Hewlett zusammen getan und ein Figurenquartett konstruiert, das irgendwo zwischen Melancholie und Parodie pendelt. [...mehr]
Nicht wenige US-Schauspieler leisten sich den Luxus, nebenher auch noch Musik zu machen. In den meisten Fällen jedoch ist das Talent eher mäßig, und so ernsthaft die Absichten auch sein mögen, die Erfolge sind es nicht. Mit erstaunlicher Beharrlichkeit verfolgt mit Kevin Costner ein fast vergessener ehemaliger Superstar derzeit seine musikalischen Ambitionen. Ab März ist er mit seiner Country-Band „Modern West“ sogar auf Deutschland-Tournee.
Ende der 80er und Anfang der 90er war Kevin Costner so etwas wie das gute Gewissen des US-Kinos, geradlinig und immer für die gute Sache engagiert - eine Rolle, die heute in erster Linie George Clooney ausfüllt. Irgendwann muss ihm die ganze Sache massiv zu Kopf gestiegen sein. Katastrophale Millionenflops, Filme, die niemand sehen wollte, und schon war der einstige Superstar aus dem Rennen. Rollen blieben aus, und Costner verschwand lange Zeit fast ganz aus dem öffentlichen Bewußtsein. [...mehr]
Als der Gitarrist Lee Smith 1988 in einem Musikladen in Adelaide nach einem Keyboarder und Sänger suchte, die zusammen mit ihm ausschließlich Titel des britischen Kultensembles Pink Floyd covern würden, hätte er wohl kaum gedacht, dass er auf dem besten Weg war, die erfolgreichste Tribute-Band seiner Idole ins Leben zu rufen. Inzwischen tourt „The Australian Pink Floyd Show“ regelmäßig um den ganzen Erdball. Im März steht auch Deutschland wieder auf dem Spielplan.
Tribute-Bands sind nicht selten kostengünstige Ersatzversionen der Originale, die in den allermeisten Fällen ihr Leben lang als Hauptattraktor auf Stadtfesten und ähnlichen Lokalveranstaltungen auftreten. Ganz wenige nur schaffen es auch in die großen Hallen und erhalten den Segen eingefleischter Hardcore-Fans. Noch seltener aber werden sie gar mit dem Gütesiegel ihrer Vorbilder versehen. Zu den seltenen Ausnahmen gehört seit mittlerweile über zwei Jahrzehnten „The Australian Pink Floyd Show“. [...mehr]
Lange Zeit galt die Musik der geborenen Nigerianierin und ihres Ensembles als aalglatter Oberflächenjazz. Dabei muss verwundern, wie zeitlos ihre großen Hits bis heute geblieben sind. Nach einem ganzen Jahrzehnt erscheint nun mit „Soldier of Love“ ein neues Album, das erneut beweist, wie makellos die erfolgreichste Solomusikerin Englands immer noch klingt.
Unter ihrem Geburtsnamen Helen Folasade Adu wäre ihr vielleicht der stilsichere Erfolg, der ihre Arbeit seit dem Debütalbum „Diamond Life“ im Jahr 1984 konstant begleitet, nicht ganz so schlüssig beschieden gewesen. Unter Sade, der Kurzform ihres Mittelnamens jedoch, den sie für ihre Band wählte, verkaufte sie über ein Vierteljahrhundert hinweg mehr als 50 Millionen Tonträger. [...mehr]
Nichts ist so verstaubt, bierernst und mit hohem Gähnfaktor ausgestattet wie eine Ballettaufführung? Wer diese Auffassung vertritt, kann sich von der New Yorker Tanz-Compagnie hinter „Rock the Ballet“ eines Besseren belehren lassen. Ihre Show nimmt sich moderne Chart-Klassiker vor und setzt Entertainment an die Stelle bloßer Virtuosität. Derzeit ist die Truppe auf ausgedehnter Deutschland-Tour.
Es muss ja nicht gleich Pina Bausch sein. Wer Zugang zum Tanztheater finden will, sollte es erstmal mit der leichten Muße versuchen. Eine gute Gelegenheit dazu bietet mit „Rock the Ballet“ eine spektakuläre Show zwischen Ballett, HipHip und Akrobatik. Sowas kommt natürlich aus den USA, denn dort sind die Berührungsängste zwischen U- und E-Musik bekanntlich gleich Null. [...mehr]
Als Teil der Berliner Festspiele findet jährlich das MaerzMusik-Festival statt. Viele bekannte Komponisten verdanken dem Festival ihre Entdeckung.
MaerzMusik präsentiert vom 19. bis 28. März 2010 im Haus der Berliner Festspiele zeitgenössische Werke bekannter und entdeckungswürdiger Komponisten, wie Günter Kochan, Ruth Zechlin und Siegfried Matthus. Gespielt werden Orchesterkonzerte, Kammermusik, Musiktheater und andere ausdrucksstarke Formen aktueller Musik. Vorgestellt werden neue Werke unter anderem von Beat Furrer, Klaus Huber, Mela Meierhans, Salvatore Sciarrino, Isabel Mundry, Thomas Kessler, Olga Neuwirth und Johannes Schöllhorn. Künstlerischer Leiter ist Matthias Osterwold. [...mehr]
Zu den hartnäckigsten eurpäischen Mythen gehört die Geschichte von König Arthus, jenem sagenumwobenen keltischen Herrscher, der seinen Thron dem magischen Schwert Excalibur verdankte. Ganze Bibliotheken würden die Bücher füllen, die sich um ihn und die Ritter der Tafelrunde drehen. Jetzt tourt eine Rock Oper zum Thema durch Deutschland. 12 Termine und Spielorte sind anberaumt.
Nach einer umhubelten Premiere im AWD Dome Bremen können sich Gralsjäger deutschlandweit auf das spektakuläre Event aus der Feder des französischen Komponisten Alan Simon freuen. „Excalibur – The Celtic Rock Opera“ erzählt die Geschichte von König Arthur mit packenden Songs und einer aufwendigen Bühnenshow. [...mehr]
Die Schuluniform rausgesucht, und schon ist man bereit für eine gehörige Dosis ewig gleich klingenden Heavy-Rock mit schottischen Wurzeln. Am 31. Dezember ist 36. Bandgeburtstag von AC/DC – keine runde Zahl, aber für Millionen von Fans aus aller Welt dennoch Grund genug zum Feiern. In Deutschland gibt es dazu im kommenden Jahr gleich mehrere Gelegenheiten. Angus Young & Co schauen für insgesamt 6 Konzerte vorbei.
Dass der amtierende Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sich öffentlich als Fan der Hardrock-Pioniere bekannt hat, dürfte so manchem eingefleischten AC/DC-Fan die Petersilie verhagelt haben. Der stets gut geölte Sohn aus adligem Haus reduziert den Coolness-Faktor der Gitarrenquäler doch ganz erheblich. Ähnlich muss es der hieisigen Anhängerschaft von Mick Jagger und Keith Richards gegangen sein, als der damalige Bundesfinanzminister Hans Eichel zugab, schon als Jugendlicher auf Konzerte der Rolling Stones gegangen zu sein. [...mehr]
Mit seiner aktuellen CD „Silent Session“ im Gepäck zelebriert das Peter Materna Quartett in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen. Immer noch in der Ursprungsbesetzung von 1989 stehen die vier Musiker für ebenso konzentrierten wie emotionalen Jazz mit kammermusikalischem Einschlag. Ein Geburtstagskonzert gaben die Künstler im Kölner „Loft“.
Einer der profiliertesten deutschen Jazzsaxophonisten kann mit einem Projekt alleine nicht ausgelastet sein. Peter Materna jedenfalls ist in eine ganze Reihe von Formationen eingebunden und dabei auch dem Crossover nicht abgeneigt. 2005 stellte er etwa mit „The WAMP“ eine stilistische Synthese aus Rock, Pop, Jazz und Blues vor. Zuletzt spielte er ein Jazz-Album von Patricia Kelly ein, mit der er seit einer Weile erfolgreich auch live auftritt. [...mehr]
Immer für eine Überraschung gut: Peter Gabriel ist von jeher experimentierfreudig und nie an ausgetretenen Pfaden interessiert. Seit Jahren mit seinem Label „Real World“ Förderer der Weltmusik, geht er mit seinem nächsten Projekt erneut ungewohnte Wege. Zur Präsentation seines aktuellen Albums kommt er 2010 für gerade einmal ein Konzert nach Deutschland.
Wer am 25. Marz in der O2-World in Berlin dabei sein will, wenn Genesis-Mitbegründer Peter Gabriel einige seiner eigenen und verschiedene Songs anderer Musiker in völlig neuem Gewand präsentiert, muss sich sputen. Der Kartenvorverkauf hat begonnen, und da das Konzert das einzige in Deutschland bleiben wird, ist auch nicht von schleppenden Absatzzahlen auszugehen. [...mehr]