Vibración – Moderne Kunst aus Lateinamerika in der Bundeskunsthalle Bonn

Autor: Thomas

Zu den weniger bekannten Strömungen der internationalen Moderne gehört die abstrakt-geometrische Kunst Lateinamerikas des 20. Jahrhunderts. Die Ella Fontanals-Cisneros Collection schließt hier eine Lücke und sorgte bei ihrer Präsentation in den USA für großes Aufsehen. Jetzt ist sie demnächst in der Bundeskunsthalle Bonn zu sehen.

Vom 17. September 2010 bis zum 30. Januar 2011 erlauben über 200 Exponate einen grundlegenden Einblick in ein Themengebiet, das in der Breitenwahrnehmung bisher kaum existiert. Dabei hat die Entwicklung abstrakter Kunst im Lateinamerika des vergangenen Jahrhunderts einige wichtige Werke hervorgebracht, die hierzulande praktisch unbekannt sind.

Unter dem Titel „Vibración“ versammelt eine Ausstellung in der Bonner Bundeskunsthalle zahlreiche Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen und Fotografien, die zeigen, wie vielfältig die Strömung geometrischer Abstraktion in Argentinien, Brasilien, Uruguay und Venezuela sich mittlerweile ausgebreitet hat.

In Auseinandersetzung mit europäischen und nordamerikanischen Kunstbewegungen lösten sich seit den 1930er Jahren Künstler reihenweise von den figurativen Erzählmustern der präkolumbischen Malerei und wendeten sich den Verhältnissen von Form, Farbe und Struktur zu.

Eine wichtige Rolle kam dabei solchen Europäern zu, die während des NS-Regimes nach Lateinamerika auswanderten. Die Bonner Ausstellung zeigt aus diesem Grund Werke dreier jüdischer Emigrantinnen, denen es gelang, in der neuen Heimat künstlerisch Fuß zu fassen. Zu ihnen gehört u.a. die Malerin Mira Schendel, der das New Yorker Museum of Modern Art im vergangenen Jahr eine Retrospektive widmete.

Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland
Friedrich-Ebert-Allee 4, 53113 Bonn

Öffnungszeiten:
Dienstag und Mittwoch 10 bis 21 Uhr
Donnerstag bis Sonntag 10 bis 19 Uhr

Tickets:
Reguläre Tageskarte 8 Euro, ermäßigt 5 Euro
Freitags haben Schulklassen freien EintrittSimilar Posts:

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Rotekarte schreibt
am 23. Januar 2011 um 18:43 Uhr

Leider ist die Ausstellung ein echter Langweiler,wenig inspiriert und zumindest für den Laien irreführend, wenn es um moderne Kunst aus Lateinamerika gehen soll; auch die Audioführung trägt dazu wesentlich bei, keinerlei Bezüge zu Literatur und Musik dieser Zeit, keine vergleichenden Beispiele,zu den Verhältnissen in Lateinamerika in der Entstehungsphase, dröge Texte für Kunstkenner dieser Gattung.Das jüngste Kunstwerk ist 40 Jahre alt, da gab es noch keinen PC und kein Internet, so wirken doch viele Objekte wie Schülerarbeiten von gestern, weg von der Abbildung der Realität hin zum Durchstoßen der Leinwand.Warum ?

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Jürgen Oestereich schreibt
am 3. Februar 2011 um 17:04 Uhr

Der Kommentar von “Rotekarte” ist von hoher Inkompetenz. Ihn auf diese Seite zu stellen, disqualifiziert http://www.culture-blog.de selbst.

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Thomas schreibt
am 6. Februar 2011 um 00:07 Uhr

@Jürgen Oestereich – wir leben in einem freien Land. Hier darf jeder eine Meinung haben und zum Glück auch äußern, egal wie kompetent oder inkompetent sie auch sein mag. Disqualifizieren kann man sich vor allem dadurch, dass man diese Tatsache kritisiert.